Abgasaffäre US-Richter gewährt Volkswagen Aufschub

Volkswagen gewinnt in der Abgasaffäre eine Woche zusätzlich für einen Kompromissvorschlag mit den US-Behörden. Der zuständige Bundesrichter erkennt die Komplexität eines Entschädigungsplans an.

Volkswagen-Chef Matthias Müller muss die Konzernkrise bewältigen
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Volkswagen-Chef Matthias Müller muss die Konzernkrise bewältigen


Kurz vor seiner wichtigen Hauptversammlung erhält der Autokonzern Volkswagen in den USA mehr Spielraum zur Bewältigung der Abgasaffäre. Eine Woche Aufschub gewährt der US-Bundesrichter Charles Breyer dem Unternehmen, um einen Kompromissvorschlag für die Entschädigung von Autobesitzern vorzulegen. Statt bis kommenden Dienstag, einen Tag vor seinem Aktionärstreffen, muss VW sich erst bis zum 28. Juni mit den US-Behörden einigen. Das geht aus Gerichtsunterlagen hervor.

Volkswagen-Chef Matthias Müller erhält so mehr Zeit zur Vorbereitung. Er will den Blick des Unternehmens wieder nach vorn lenken. Heute stellt er mit der "Strategie 2025" seinen Kurs für die kommenden Jahre vor.

Der zuständige Richter im Bundesstaat Kalifornien ging bei seiner Entscheidung auf die "schwierigen technischen Probleme" ein, die das Unternehmen und die beteiligten amerikanischen Behörden bei ihrer Einigung zu bewältigen haben.

Im April hatte sich VW nach monatelangen Verhandlungen mit den Behörden auf Grundzüge eines Entschädigungsplans geeinigt. Er sieht den Rückkauf von fast einer halben Million manipulierter Dieselautos mit 2,0-Liter-Motoren und eine substanzielle Entschädigung der Autobesitzer vor. Alternativ soll den Kunden eine Reparatur angeboten werden.

Volkswagen Chart zeigen hatte im September auf Druck der US-Umweltbehörden zugegeben, Diesel-Abgaswerte bei Zweiliter-Dieselmotoren mit einer speziellen Software manipuliert zu haben. Rund 500.000 Diesel betrifft dies in den USA. Weltweit sind rund elf Millionen Fahrzeuge von Manipulationen betroffen.

kig/Reuters



insgesamt 3 Beiträge
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Analog 16.06.2016
1. In einer Woche wird der Herr,
genauso ratlos schauen wie jetzt auch. Verbrauch gleich, Leistung gleich, Schadstoffausschuss runter... Für diese neue Software braucht man schon etwas länger, müssen die Amis doch verstehen, in Europa haben die das sofort verstanden...
Medienkritiker 16.06.2016
2. So wird es kommen...
Zitat von Analoggenauso ratlos schauen wie jetzt auch. Verbrauch gleich, Leistung gleich, Schadstoffausschuss runter... Für diese neue Software braucht man schon etwas länger, müssen die Amis doch verstehen, in Europa haben die das sofort verstanden...
Wie wäre es denn, wenn man schlicht eingesteht, dass das technisch nicht möglich ist? Sinnvoll ist, eine veränderte Software einzusetzen und den damit einhergehenden Leistungsverlust/Mehrverbrauch finanziell zu entschädigen?
wibo2 16.06.2016
3. Es ist schwierig und aufwendig ...
"Der zuständige Richter im Bundesstaat Kalifornien ging bei seiner Entscheidung auf die "schwierigen technischen Probleme" ein, die das Unternehmen und die beteiligten amerikanischen Behörden bei ihrer Einigung zu bewältigen haben." (SPON) Clean Diesel war der einzige Erfolg von VW in den USA. Nun wissen wir: Die Diesel wurden nur clean geschummelt. Nun sollen die VW-Dieselfahrzeuge schon bald nachgebessert werden. Da bin ich mal gespannt. Denn das wird nicht so einfach sein wie das VW Management immer tut. Das wird ein Höllenjob.
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