Abgasskandal in den USA Festgenommenem VW-Manager drohen 169 Jahre Haft

Die Fluchtgefahr sei zu groß: Der Antrag des festgenommenen VW-Managers, gegen Kaution freigelassen zu werden, ist abgelehnt worden. Laut US-Justizministerium droht ihm eine drastische Strafe.

VW-Logo in den USA
REUTERS

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Der am Wochenende in Florida festgenommene Volkswagen-Manager bleibt in Haft. Die Justizbehörden in Miami lehnten den Antrag ab, den wegen mutmaßlicher Beteiligung am Abgasskandal angeklagten Oliver S. gegen Kaution auf freien Fuß zu setzen. Es gebe ein ernst zu nehmendes Risiko, dass der Mann nach Deutschland fliehe, von wo er keine Auslieferung zu befürchten habe, und sich so seinem Prozess in den USA entziehe. Seine Anwälte wollten gegen die Entscheidung Einspruch erheben.

Nach Angaben des US-Justizministeriums drohen dem VW-Manager bis zu 169 Jahre Haft: "Faktisch sieht er sich mit lebenslangem Gefängnis konfrontiert." Insgesamt gebe es elf Anklagepunkte.

Der 48-Jährige soll nun von Beamten der Justizbehörde US Marshals Service zum zuständigen Gericht in Detroit gebracht werden, wo Strafanzeige gegen ihn gestellt wurde. Der Mann soll Teil einer Verschwörung zum Betrug und Verstoß gegen Umweltgesetze gewesen sein. Ihm wird insbesondere der Versuch vorgeworfen, Abgasmanipulationen zu vertuschen und Ermittler in die Irre zu führen.

39-seitige Klageschrift

Wann der Oliver S., der bis März 2015 in leitender Funktion mit Umweltfragen in den USA betraut war, erstmals vor dem zuständigen Richter Sean Cox in Detroit erscheint, ist einer Sprecherin der Bundesanwaltschaft von Michigan zufolge noch nicht klar.

S. ist einer von sechs amtierenden und ehemaligen Volkswagen-Managern, die die US-Justiz im Zusammenhang mit der Dieselaffäre strafrechtlich belangen will. Bei den anderen Angeklagten dürfte das aber nicht so einfach werden, da die US-Fahnder in Deutschland schwer Zugriff auf sie haben. In der 39-seitigen Klageschrift sind etliche Anschuldigungen von bewussten Falschaussagen bis hin zur Vernichtung von Beweismitteln gelistet.

VW hatte sich im US-Strafverfahren bereits auf Unternehmensebene schuldig bekannt und kriminelle Handlungen zugegeben. Der Konzern zahlt im Rahmen eines Vergleichs 4,3 Milliarden Dollar (umgerechnet 4,1 Milliarden Euro), um straf- und zivilrechtliche Rechtskonflikte beizulegen. Diese Einigung muss aber noch abschließend von Richter Cox genehmigt werden.

max/dpa/Reuters

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