Reaktionen auf Winterkorns Rücktritt Respekt - und Hoffnung auf Neuanfang

Martin Winterkorns Rücktritt von der VW-Spitze kommt bei Politikern und Analysten gut an. Wirtschaftsminister Gabriel zollt der Entscheidung Respekt, die Grünen begrüßen den Schritt ausdrücklich - er sei eine Chance für einen Neuanfang.

Winterkorn (Archivbild): Respekt und Anerkennung
REUTERS

Winterkorn (Archivbild): Respekt und Anerkennung


Noch am Dienstagabend sah es so aus, als wolle Martin Winterkorn in der Abgas-Affäre an der Spitze des Volkswagen-Konzerns bleiben. In einer Videobotschaft entschuldigte sich der Manager für die Manipulationen - und bat um Vertrauen. Knapp 24 Stunden später ging auf einmal alles ganz schnell: Martin Winterkorn erklärte seinen Rücktritt von der Konzernspitze.

Für diesen Schritt habe er persönlich großen Respekt, sagte Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel. "Ich finde, die Leistung von Herrn Winterkorn für das Unternehmen ist nach wie vor unbestritten." Der SPD-Politiker zeigte sich zuversichtlich, dass Volkswagen die Abgas-Affäre nach dem Rücktritt des Konzernchefs rasch aufarbeiten werde. "Ich bin mir sicher, dass VW den Fall schnell und restlos aufklären wird", sagte Gabriel.

Auch Niedersachsens Ministerpräsident und VW-Aufsichtsratsmitglied Stephan Weil (SPD) würdigte die Verdienste Winterkorns. Er habe dessen Entscheidung mit größter Betroffenheit zur Kenntnis genommen. Die Tragweite des Schadens sei groß.

Für die Grünen ist der Rücktritt ein folgerichtiger Schritt. "Damit hat der VW-Konzern die Chance auf einen Neuanfang. Sein Nachfolger muss beweisen, dass Anspruch und Wirklichkeit bei VW zusammenpassen", sagte Grünen-Fraktionsvize Oliver Krischer in Berlin.

Auch Analysten sehen in Winterkorns Rücktritt eine Chance. "Nach den Irritationen der letzten Tage gab es verstärkt den Wunsch nach einem Neuanfang. Sicherlich wäre das mit dem bestehenden Vorstandsvorsitzenden schwierig geworden", kommentierte Frank Biller von der LBBW die Entscheidung. VW müsse nun massiv Vertrauen wiederherstellen. "Das ist der erste einer ganzen Reihe von Schritten. Der Rücktritt kam nicht völlig unerwartet, war aber auch nicht zwingend", sagte Marc-René Tonn, Analyst bei M.M. Warburg.

Über einen Nachfolger für Winterkorn soll in der Aufsichtsratssitzung am Freitag gesprochen werden. Das Präsidium sei entschlossen, "einen glaubwürdigen Neuanfang" zu machen, sagte der kommissarische Aufsichtsratsvorsitzende Berthold Huber. Winterkorn habe keine Kenntnis von den Machenschaften gehabt, aber die Verantwortung übernommen.

brk/dpa

insgesamt 29 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Halfstep 23.09.2015
1. Der Chef geht
weil er nach dem Auffliegen des Skandals in jedem Fall abdanken musste. Interessanter finde ich die Frage, welche Führungskräfte (außer Winterkorn selbst) von der Manipulation gewusst und darüber entschieden haben. Diese Leute müssten ja einklich auch gehen. Also vermutlich der gesamte Vorstand - und evtl. auch der Aufsichtsrat ...
burkhard.salz@web.de 23.09.2015
2. Weder Herr Winterkorn oder ein MitarbeiterIn von VW
trägt Schuld an dem Dieselproblem. Der gnadenlose internationale Wettbewerb im Automobilbau mit Gewinnsicherung mit Sicherung qualifizierter Arbeitsplätze ergibt so etwas auf das gesamte Auto und betrifft alle Autohersteller. Für diese sogenannten Experten des WWWAutos ist dieser Erfolg nichts anderes wie Hallo Herr Lehrer ich weiss wer im Keller das Licht angelassen hat. VW verfügt über SpitzenIngenieureInnen und die können locker dieses Problem nachbessern. Aber die amerikanischen Behörden wollen keine Nachbesserung sondern Geld und die Zerstörung von tausenden deutschen Arbeitsplätzen um letztendlich jeden guten deutschen und europäischen Bürger in TTIP kapitalkonform zu vergewaltigen. Höflichkeit und Menschlichkeit tut nicht weh passt halt nicht zu der USA UnitedShooterAssociation.
ziss 23.09.2015
3. Wintermonaten
Mitleid- nein! Anerkennung für die Rücktrittsentscheidung -nein! Er war wohl auch Chef der Konstruktion und bei den Lügen wie bekannt ist es nicht glaubwürdig er habe von den Manipulationen nichts gewusst! Wenn das stimmt ist es ein weiterer Grund für Rücktritt. Betrug ist strafbar, was sagt die Staatsanwaltschaft?
burkhard.salz@web.de 23.09.2015
4. Weder Herr Winterkorn noch
ein MitarbeiterIn von VW trägt Schuld an dem Dieselproblem. Der gnadenlose internationale Wettbewerb im Automobilbau mit Gewinnsicherung mit Sicherung qualifizierter Arbeitsplätze ergibt so etwas auf das gesamte Auto und betrifft alle Autohersteller. Für diese sogenannten Experten des Autos ist dieser Erfolg nichts anderes wie Hallo Herr Lehrer ich weiss wer im Keller das Licht angelassen hat. VW verfügt über SpitzenIngenieureInnen und die können locker dieses Problem nachbessern. Aber die amerikanischen Behörden wollen keine Nachbesserung sondern Geld und die Zerstörung von tausenden deutschen Arbeitsplätzen um letztendlich jeden guten deutschen und europäischen Bürger in TTIP kapitalkonform zu vergewaltigen. Höflichkeit und Menschlichkeit tut nicht weh passt halt nicht zu der USA UnitedShooterAssociation.
Partieller Augentinnitus 23.09.2015
5. Weshalb spielen sich die Grünen eigentlich so auf?
Eigentlich sollten sie fordern, dass den betreffenden PKW die Umweltplakette entzogen wird und dass im Sinne der Steuergerechtigkeit die KfZ-Steuer gegenüber anderen, korrekt angegebenen Emissionswerten analog um ein vielfaches angehoben wird. Für die VW-Mitarbeiter und die vielen Leiharbeitnehmer haben die Grünen ja mit Hartz IV vorausdenkend und wohl auf Initiative des namensgebenden VW-Managers eingeleitet schon eine weiche soziale Hängematte zusammen mit Schröders Kumpanen geschaffen. Und die Praxis der geschönten Zahlen gibt es wohl auch nicht erst, seit die Grünen auf die harten Bänke der Opposition geschickt wurden.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.