Skandal um Abgaswerte New Yorks Generalstaatsanwalt ermittelt gegen VW

"Keinem Unternehmen sollte es erlaubt werden, unsere Umweltgesetze zu umgehen": Mit diesen Worten begründet New Yorks Generalstaatsanwalt die Ermittlungen gegen Volkswagen. Er setzt dabei auf Unterstützung aus dem ganzen Land.
Generalstaatsanwalt Schneiderman (Archivbild): Kampf gegen Täuschung der Verbraucher

Generalstaatsanwalt Schneiderman (Archivbild): Kampf gegen Täuschung der Verbraucher

Foto: AP/DPA

Im Skandal um manipulierte Abgaswerte bei Volkswagen hat die Generalstaatsanwaltschaft des Bundesstaates New York Ermittlungen gegen den deutschen Autokonzern eingeleitet. "Keinem Unternehmen sollte es erlaubt werden, unsere Umweltgesetze zu umgehen", sagte Generalstaatsanwalt Eric Schneiderman. Ebenso wenig dürften Verbraucher getäuscht werden.

Deshalb habe er seine eigenen Ermittlungen zu den "beunruhigenden Berichten" über die massenhafte Manipulation bei VW-Dieselfahrzeugen eingeleitet, sagte Schneiderman. Er plane, "in dieser Angelegenheit mit Generalstaatsanwälten im ganzen Land zusammenzuarbeiten".

Zuvor hatte unter anderem das "Wall Street Journal" berichtet, dass das US-Justizministerium strafrechtliche Ermittlungen gegen VW eingeleitet habe.

Die Vorwürfe gegen Volkswagen waren am Freitag öffentlich geworden. Nach Angaben der US-Umweltbehörde Epa entwickelte Volkswagen eine Software, mit der Vorgaben zur Luftreinhaltung zwar bei Tests, nicht aber beim normalen Betrieb der Autos erfüllt wurden. Die Dieselfahrzeuge stießen folglich im regulären Straßenverkehr mehr gesundheitsschädliche Stickoxide aus als erlaubt.

VW drohen in den USA nun Milliardenstrafen sowie weitere Kosten durch eine Rückrufaktion und mögliche Schadensersatzzahlungen. Am Dienstag erklärte der Konzern, dass sich die Software zur Manipulation von Abgaswerten in vielen Autos weltweit befinde, aber nur bei einer Motorisierung Auffälligkeiten festgestellt wurden. Bis zu elf Millionen Dieselfahrzeuge könnten davon betroffen sein.

Unabhängig von dem Abgas-Skandal hat VW zudem Ärger in Brasilien. Dort wurde eine Zivilklage gegen das Unternehmen eingereicht. Der Vorwurf des "Arbeiterforums für Wahrheit, Gerechtigkeit und Reparation": Volkswagen habe während der Militärdiktatur in den Jahren 1964 bis 1985 die Folter und illegale Festnahme von Mitarbeitern hingenommen.

aar/AFP/Reuters
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.