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24. Juni 2016, 00:16 Uhr

Abgasaffäre in den USA

VW will angeblich zehn Milliarden Dollar Entschädigung zahlen

Offiziell verhandelt Volkswagen noch mit den US-Behörden, doch Insidern zufolge steht das Ergebnis schon fest: Zehn Milliarden Dollar koste die Entschädigung, bis zu 7000 sollen einzelne VW-Besitzer bekommen.

Zur Bereinigung des Skandals um manipulierte Abgaswerte will Volkswagen in den USA offenbar eine Entschädigungssumme von insgesamt etwa zehn Milliarden Dollar (8,8 Milliarden Euro) zahlen. Dieses berichteten die Nachrichtenagenturen dpa, AFP, AP und Reuters jeweils unter Berufung auf Insider. Sie bestätigten damit Informationen der Agentur Bloomberg.

Der Konzern will diesen Angaben zufolge bis zu 7000 Dollar an einzelne Besitzer von Dieselfahrzeugen zahlen, die mit der Schmuggel-Software ausgestattet sind. Außerdem sei in dem Betrag das Angebot des Wolfsburger Pkw-Herstellers zum Rückkauf von fast einer halben Million manipulierter Dieselautos mit 2,0-Liter-Motoren enthalten. Zudem wolle das Unternehmen in einen Fonds zur Bekämpfung der Luftverschmutzung einzahlen.

Volkswagen selbst wollte die Angaben jedoch nicht bestätigen. Erik Felber, Leiter der Konzernkommunikation, sagte SPIEGEL ONLINE: "Wir sind in konstruktiven Gesprächen mit den Behörden, alles andere ist Spekulation, die wir nicht kommentieren."

Der Konzern verhandelt derzeit mit den US-Behörden und anderen Klägern über eine außergerichtliche Einigung. Der fertige Plan soll am kommenden Dienstag einem Bundesrichter in San Francisco vorgelegt werden.

Von der Manipulation der Abgaswerte sind in den Vereinigten Staaten mehr als 480.000 Fahrzeuge betroffen. Volkswagen hat für die weltweite Bewältigung des Skandals in der Bilanz für 2015 eine Rückstellung in Höhe von mehr als 16 Milliarden Euro gebildet.

sun/AFP/Reuters

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