Abgasaffäre in den USA VW will angeblich zehn Milliarden Dollar Entschädigung zahlen

Offiziell verhandelt Volkswagen noch mit den US-Behörden, doch Insidern zufolge steht das Ergebnis schon fest: Zehn Milliarden Dollar koste die Entschädigung, bis zu 7000 sollen einzelne VW-Besitzer bekommen.

VW-Autos bei einem Händler in Virginia
DPA

VW-Autos bei einem Händler in Virginia


Zur Bereinigung des Skandals um manipulierte Abgaswerte will Volkswagen in den USA offenbar eine Entschädigungssumme von insgesamt etwa zehn Milliarden Dollar (8,8 Milliarden Euro) zahlen. Dieses berichteten die Nachrichtenagenturen dpa, AFP, AP und Reuters jeweils unter Berufung auf Insider. Sie bestätigten damit Informationen der Agentur Bloomberg.

Der Konzern will diesen Angaben zufolge bis zu 7000 Dollar an einzelne Besitzer von Dieselfahrzeugen zahlen, die mit der Schmuggel-Software ausgestattet sind. Außerdem sei in dem Betrag das Angebot des Wolfsburger Pkw-Herstellers zum Rückkauf von fast einer halben Million manipulierter Dieselautos mit 2,0-Liter-Motoren enthalten. Zudem wolle das Unternehmen in einen Fonds zur Bekämpfung der Luftverschmutzung einzahlen.

Volkswagen selbst wollte die Angaben jedoch nicht bestätigen. Erik Felber, Leiter der Konzernkommunikation, sagte SPIEGEL ONLINE: "Wir sind in konstruktiven Gesprächen mit den Behörden, alles andere ist Spekulation, die wir nicht kommentieren."

Der Konzern verhandelt derzeit mit den US-Behörden und anderen Klägern über eine außergerichtliche Einigung. Der fertige Plan soll am kommenden Dienstag einem Bundesrichter in San Francisco vorgelegt werden.

Von der Manipulation der Abgaswerte sind in den Vereinigten Staaten mehr als 480.000 Fahrzeuge betroffen. Volkswagen hat für die weltweite Bewältigung des Skandals in der Bilanz für 2015 eine Rückstellung in Höhe von mehr als 16 Milliarden Euro gebildet.

sun/AFP/Reuters



insgesamt 25 Beiträge
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BenSei 24.06.2016
1. was wird mit der Schmuggel-Software....
....denn geschmuggelt?
kuac 24.06.2016
2.
Mich würde interessieren, wer die Zeche am Ende zahlt? Die VW Manager sicher nicht.
andrehe 24.06.2016
3. Gefängnisstrafe
Mich wundert, warum nur über eine Geldstrafe geredet wird. Der erhöhte NOx-Ausstoß hat zu vielen Todesfällen geführt, das ist Körperverletzung mit Todesfolge. Die Betroffenen konnten sich nicht wehren, da sie dafür mit einer Gasmaske herumlaufen müßten - und zwar jeder - und sie wußten um die Gefahr nicht. Und es werden noch Opfer dazukommen, solange diese Luftverschmutzer noch unterwegs sind. Das sollte für einen mehrjährigen Gefängnisaufenthalt der Entscheidungsträger reichen. Die Folgen gibt es auch bei uns, nicht nur in den USA, weshalb die Staatsanwaltschaft auch hierzulande gefordert ist. Erst wenn Unternehmer für ihr Handeln verantwortlich sind - wie jeder Normalbürger auch - werden neben dem Profit noch andere Aspekte berücksichtigt, die für uns alle essentiell sind (Gesundheit und intakte Umwelt). Die Regulierungsbehörden sind überfordert, weshalb (Produkt)Haftung der effektivere Weg ist. Ein Geschäftsmodell, das die Allgemeinheit schädigt, muss nicht geschützt werden.
Mertrager 24.06.2016
4. Die Spannung steigt
... was Opel (GM) dann zu bezahlen hat. 2 Mio ?
maxmarius 24.06.2016
5.
Da würde mich jetzt mal interessieren, ob die bei VW ihre Standpunkte noch auf einem PC verfassen oder wieder bei Zettel und Stift gelandet sind.
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