Klimafreundliche Antriebe Volkswagen investiert kräftig in E-Mobilität

Die schärferen Klimavorgaben zwingen Volkswagen zum Handeln: Der Konzern will mehr Geld in Elektroautos und digitale Technologien stecken. Neuer Audi-Chef wird Markus Duesmann.

VW-Mitarbeiter montieren das Elektroauto ID.3
Jens Büttner/zb/DPA

VW-Mitarbeiter montieren das Elektroauto ID.3


Volkswagen baut seine Investitionen in klimafreundliche Antriebe und die Digitalisierung kräftig aus. Der Konzern steckt dafür zusätzliche Milliarden in den Ausbau seiner Elektroautoflotte und in digitale Technologien. Der Aufsichtsrat beschloss die entsprechende Investitionsplanung für die kommenden fünf Jahre.

Der Konzern will zwischen 2020 und 2024 knapp 60 Milliarden Euro für E-Mobilität, Hybridantriebe und Digitalisierung ausgeben, teilte der Aufsichtsrat nach einer Sitzung in Wolfsburg mit. Dies entspreche mehr als 40 Prozent aller Sach- und Entwicklungsinvestitionen. Rund 33 Milliarden Euro sollen allein in die Elektromobilität fließen.

75 Elektromodelle geplant

Für den vorherigen fünfjährigen Planungszeitraum bis 2023 hatte der Betrag für E-Mobilität, autonomes Fahren, Vernetzung und Mobilitätsdienste noch bei knapp 44 Milliarden Euro gelegen - etwa einem Drittel der Gesamtmittel. Das nun beschlossene Budget entspricht etwas mehr als 40 Prozent der für den Zeitraum geplanten Gesamtausgaben.

"Wir erhöhen in den folgenden Jahren mit unseren Investitionen noch einmal das Tempo", sagte Vorstandschef Herbert Diess. "Wir wollen unsere Skalenvorteile nutzen und größtmögliche Synergien heben." Bis 2029 plant der Konzern bis zu 75 reine Elektromodelle, bisher waren bis 2028 etwa 70 Modelle geplant.

In einer ersten Welle will der Konzern bis 2029 weltweit 26 Millionen E-Mobile auf die Straßen bringen, der größte Teil auf Basis des Elektrobaukastens MEB. Bisher waren bis 2028 rund 22 Millionen Stück geplant. Ziel der Initiative ist es, den Ausstoß der Fahrzeugflotte an klimaschädlichem CO2 zu senken, um die schärferen Klimavorgaben zu erfüllen.

Ein Schwerpunkt der Investitionen ist die Erweiterung der Produktion für reine Elektrofahrzeuge. So will Volkswagen nach dem Umbau des Werks Zwickau für die Fertigung von E-Autos der ID-Serie als nächstes die Fabriken in Emden und Hannover umbauen. Auch in China und in den USA sollen Standorte teilweise oder ganz von Verbrenner- auf Elektrofertigung umgestellt werden.

Das Geld für die Investitionen will VW weiter sowohl durch den Mittelzufluss aus dem laufenden Geschäft als auch durch Sparprogramme selbst erarbeiten. Das heißt auch, dass weiterhin Arbeitsplätze verloren gehen, weil das Arbeitsvolumen in der Elektromobilität geringer ist als bei herkömmlichen Verbrennern.

Der Aufsichtsrat bestimmte auf seiner Sitzung zudem Markus Duesmann zum neuen Audi-Chef. Er tritt die Nachfolge von Bram Schot im April an, wie der SPIEGEL bereits am Mittwoch berichtete. Schot hatte erst vor einem Jahr die Nachfolge von Rupert Stadler angetreten, der wegen des Dieselskandals gehen musste.

brt/Reuters/dpa

insgesamt 54 Beiträge
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geraldwinkeler 15.11.2019
1.
Wenn ich die Zahlen richtig deute, dann investiert allein der VW Konzern bis 2024 im Schnitt etwa 30 Milliarden ? pro Jahr. Dabei ist VW nur einer von 30 Dax- Konzernen, wenn auch ein besonders großer. Der gesamte Bundeshaushalt 2020 sieht Investitionen von ca.43 Milliarden ? vor. Was für ein Missverhältnis! Ist es da ein Wunder, dass unsere Infrastruktur verfällt, unsere Bildungseinrichtungen oft verlottert sind und die ökologische Modernisierung nicht recht vorankommt? Immerhin scheint VW im Gegensatz zur Bundesregierung die Zeichen der Zeit erkannt zu haben und sich deshalb auf das Ende des Verbrenners einzurichten. Andererseits ist es wirklich keine große Kunst, weitsichtiger als diese Bundesregierung zu sein.
Herzbubi 15.11.2019
2. VW und Elektromobilität
das passt schon. Mit dem E-Golf einem gut nachgefragten Modell das seit kurzem zu einem bezahlbaren Preis auf dem Markt ist ist bereits der erste Schritt getan. Der ID wird es in der Zukunft schon machen. Die Daten sind verlockend. Ein Massenhersteller der bezahlbare Modelle auf den Markt bringt ist ein Teil der Lösung. Tesla ist der Vorreiter jetzt kommen endlich die anderen in die Spur. Schade das Mercedes und BMW nur zaghaft vorwärts gehen. Mein E-Auto ist übrigens schon bestellt.
dirkcoe 15.11.2019
3. Viel Glück VW
Zwar halte ich es für absolut richtig, mehr Geld in die Entwicklung zu stecken - die Bremse dieser Ausgaben bei Daimler und BMW werden in den Abgrund führen, aber die geplanten Absatzzahlen halte ich für unrealistischen Optimismus.
ardbeg17 15.11.2019
4. @geraldwinkeler #1
Unsinn. 33Mrd von 2020-24 für E-Mobilität macht unter 10Mrd pro Jahr. Bei einem Jahresumsatz von ca. 250 Mrd weltweit. Der Bundeshaushalt 2020 beträgt 360 Mrd.
fuchsi 15.11.2019
5. Elektromobilität setzt sich durch
Elektromobilität wird in den nächsten 10 Jahren die Verbrenner ablösen, die dann nur noch den kleineren Teil der privaten Mobilität aus machen werden. Wenn es ähnlich schnell geht wie bei der Verbreitung von SUV, dies vor wenigen Jahren auch eher nur selten gab, kann sich der Wechsel auch noch schneller vollziehen. VW macht hier mal was richtig, sie müssten dann nur noch darauf achten, ähnlich wie Tesla den Kobaltgehalt der Akkus zu verringern. Wer einmal ein E Auto hatte und jünger als 50 ist, will keinen Verbrenner mehr.
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