Deutscher Autobauer Volkswagen macht Englisch zur Konzernsprache

Der Volkswagen-Konzern will die Entwicklung seiner Führungskräfte neu ausrichten. Ein wichtiger Punkt: Künftig wird beim Autobauer Englisch zur offiziellen Unternehmenssprache.

VW-Chef Matthias Müller.
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VW-Chef Matthias Müller.


In den meisten Dax-Konzernen ist es selbstverständlich, dass Englisch gesprochen wird. Denn große Unternehmen wie Adidas, Henkel oder Lufthansa sind sogenannte Global Player - sie bieten ihre Produkte auf der ganzen Welt an. Da ist es für jeden Manager Pflicht, Englisch zu beherrschen.

Jetzt zieht Volkswagen nach und macht Englisch zur offiziellen Konzernsprache. "Digitalisierung, Vernetzung und Elektromobilität werden unsere Branche grundlegend verändern", sagte Personalvorstand Karlheinz Blessing. "Deshalb richten wir unsere Managementkultur rechtzeitig darauf aus."

Künftig sollen Auslandsaufenthalte und Kenntnisse in verschiedenen Geschäftsbereichen für Manager einen höheren Stellenwert bekommen.

Die Einführung der neuen Konzernsprache begründet Volkswagen auch damit, dass dadurch mehr internationale Spitzenkräfte eingestellt werden könnten. "Als global aufgestellter Konzern brauchen wir die weltweit besten Leute", sagte Blessing. Die neuen Vorgaben sollen nach einer Übergangsphase von fünf Jahren verpflichtend werden.

Viele altgediente VW-Manager sprechen bisher vor allem Deutsch. Konzernchef Matthias Müller hatte am Rande der Automesse in Detroit vor knapp einem Jahr durch ein auf Englisch geführtes Interview eines US-Radiosenders für Irritationen in der Abgasaffäre gesorgt. Bereits zuvor hatte er Fremdsprachendefizite in der freien Rede offenbart.

hej/Reuters/dpa-AFX



insgesamt 112 Beiträge
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Prinzen Paule 14.12.2016
1. Gute Idee ....
Dann versteht keiner mehr die Konzern Pressemitteilung mehr wie zum Beispiel Abgasskandal grins .... exhaust dust
merlin 2 14.12.2016
2. Was will man erreichen?
Was will man erreichen? Will man zukünftig die krummen Geschichten besser "verkaufen" können? Oder ist man davon überzeugt, daß mit Englisch die Kommunikation besser wird und gar nicht erst krumme Sachen passieren? Ich fürchte der eine oder andere wird nur noch Bahnhof verstehen, aber wer traut sich, einem Müller zu sagen, was an dem Konzept falsch ist?
robin-masters 14.12.2016
3. Zwiegespalten
englisch sollte man können aber Konzernsprache bedeutet für mich das nur noch englisch gesprochen eitd... ich hab es erlebt und fand es lächerlich, vorallem unter deutschen.
fassadensprayer 14.12.2016
4. Oh
wie ungeheuer mutig .... aber auch langweilig meine Güte - wäre viel erstaunlicher wenn alle bei VW hätten Deutsch lernen müssen, also auch die Bayern und nicht nur die Mexikaner. Jetzt lernen alle Englisch, auch die Brasilianer und Chinesen, - tja bin mal gespannt was das für die Produkte bedeutet
epiktet2000 14.12.2016
5. Fehlentscheidung
Am schlechten Englisch lag's ja nicht, dass VW in den USA aufflog. Mehr Software-Entwickler einzustellen wäre da ein besserer Ansatz.
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