Neues Rotationsprinzip VW-Manager sollen künftig häufiger Posten wechseln

Sie gelten als Teilursache der Abgasaffäre, nun will VW die verkrusteten Strukturen im Konzern aufbrechen. Mitarbeiter auf zentralen Posten sollen rotieren, die Kontrollen verschärft werden.
VW-Werk in Wolfsburg (Archivbild): "Nur noch eine gewisse Zeit an einer bestimmten Stelle"

VW-Werk in Wolfsburg (Archivbild): "Nur noch eine gewisse Zeit an einer bestimmten Stelle"

Foto: Julian Stratenschulte/ picture alliance / dpa

Der Volkswagen-Konzern kündigt strukturelle Konsequenzen aus der Abgasaffäre an. "Wir werden die Kontrollmechanismen verbessern. Wir werden Prozesse nachschärfen, Verantwortlichkeiten klarer regeln und die Möglichkeit der IT zur Überwachung von Abläufen besser einsetzen", sagte Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch der "Welt am Sonntag". Unter anderem sollen Mitarbeiter an zentralen Schaltstellen der Motorenentwicklung häufiger als bisher die Positionen wechseln.

"Wir planen bei bestimmten Funktionen ein Rotationsprinzip", sagte Pötsch der Zeitung. "Die entsprechenden Mitarbeiter bleiben nur noch eine gewisse Zeit an einer bestimmten Stelle und wechseln dann." Das solle verkrustete Strukturen verhindern, die Grundlage ungesetzlichen Handelns werden könnten.

Nach dem Bekanntwerden der Abgasaffäre bei Volkswagen   war bekannt geworden, dass sich etliche Ingenieure und andere Techniker, die an der Manipulation von Abgastests vor allem bei Dieselfahrzeugen beteiligt gewesen sein sollen, sich offenbar aus Angst um ihren Job mit Aussagen zurückgehalten hätten. Der SPIEGEL beschrieb das Arbeitsklima in dem Konzern entsprechend mal als "Nordkorea minus Arbeitslager".

Pötsch räumte nun in dem Gespräch ein, dass der geplante Umbau selbst einen Konzern wie Volkswagen mit seinen 600.000 Mitarbeitern vor große Herausforderungen stelle. "Mitarbeiter, die in der Lage sind, ein Motorsteuergerät zu programmieren, sind rar. Aber wir haben diese Leute in den einzelnen Marken. Also könnten zum Beispiel Experten von Audi zu Porsche wechseln, und von Porsche zu VW und so weiter."

Der Wolfsburger Konzern ist zur größten Rückrufaktion seiner Geschichte gezwungen, weil er weltweit elf Millionen Dieselautos mit einer illegalen Software ausgestattet hatte. Diese senkt Abgaswerte nur auf dem Prüfstand, während im normalen Fahrbetrieb die Grenzwerte übertroffen werden.

yes/dpa/Reuters
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