Leihwagen für Promis Volkswagen muss nach Selbstanzeige Millionen an Steuern nachzahlen

Jahrelang leistete sich VW einen Luxusfahrzeug-Pool für Prominente und setzte ihn als Betriebsausgabe von der Steuer ab. Zu Unrecht – nun begleicht der Konzern den Schaden nachträglich.
Martin Winterkorn bei einer Messe in Genf: Nachzahlung in Millionenhöhe

Martin Winterkorn bei einer Messe in Genf: Nachzahlung in Millionenhöhe

Foto: DPA

Der Autokonzern Volkswagen hat Kosten im Zusammenhang mit Leihwagen für Prominente und Medienvertreter über Jahre fälschlicherweise von der Steuer abgesetzt. Wie ein VW-Sprecher erklärte, hat der Konzern die Ausgaben für den sogenannten Pressefahrzeug-Pool den Steuerbehörden nachträglich »für einen mehrjährigen Zeitraum« als nicht abzugsfähige Betriebsausgaben angezeigt. »In der Folge wird ein Betrag in niedriger einstelliger Millionenhöhe nachgezahlt.« Damit bestätigte VW einen entsprechenden Bericht von »Business Insider« .

Dem Bericht zufolge umfasste der VIP-Fahrzeug-Pool mehr als 500 Wagen, darunter Luxusautos von Audi, Bentley, Porsche, Lamborghini und Bugatti. Von der Steuer abgesetzt worden seien seit 2007 unter anderem die Kosten für Wartung, Verwaltung und Logistik. Erst 2015 sei der VIP-Fuhrpark intern kritisch hinterfragt worden.

Günter Netzers teure Fahrt

Mitte 2015 etwa hatte VW der deutschen Fußballlegende Günter Netzer einen Bugatti aus dem Pressefahrzeug-Pool für einige Tage ausgeliehen. Jedoch versäumte es der Konzern, das Auto bei der Einfuhr in die Schweiz ordnungsgemäß zu verzollen. Volkswagen zahlte für das Zollvergehen eine Strafe von rund 160.000 Euro. Nach dem Rücktritt des damaligen VW-Chefs Martin Winterkorn im Zug des Dieselskandals habe das neue Management schließlich eine Untersuchung der Praxis angeschoben.

VW teilte mit, in den vergangenen Jahren seien viele Prozesse »unter Compliance-Aspekten intensiv geprüft und bewertet« und »viele Tausend Prozesse angepasst, personelle Veränderungen vorgenommen und interne Abläufe verbessert« worden.

rai/dpa