Nach Strafanzeige im Abgasskandal VW-Ingenieur gibt Betrug zu

Ein Ex-Mitarbeiter hat sich vor einem US-Gericht schuldig bekannt, die VW-Software zur Manipulation von Emissionstests mitentwickelt zu haben. Damit hat der Skandal erstmals strafrechtliche Folgen.
VW-Logo

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Foto: Julian Stratenschulte/ picture alliance / dpa

Im Skandal um manipulierte Abgaswerte hat sich in den USA nach einer ersten Strafanzeige ein ehemaliger VW-Mitarbeiter schuldig bekannt. Das teilte das US-Justizministerium mit. Der Mann habe zudem eine Einigung unterzeichnet, der US-Regierung bei den weiteren Ermittlungen zu helfen.

Damit haben die seit fast einem Jahr andauernden Ermittlungen der US-Justiz erstmals Konsequenzen auf strafrechtlicher Ebene. Der 62-jährige Ingenieur aus Kalifornien hat laut Ministerium zugegeben, am Konzernsitz in Wolfsburg Teil einer fast zehn Jahre andauernden Verschwörung gewesen zu sein, bei der mit Software zur Manipulation von Emissionstests US-Behörden und Kunden betrogen worden seien.

Der Ingenieur sei im Rahmen des Zulassungsverfahrens von Dieselwagen in den USA persönlich bei Gesprächen zwischen VW-Vertretern und den Umweltbehörden anwesend gewesen, bei denen falsche Aussagen zum Schadstoffausstoß der Autos gemacht worden seien. Die Strafanzeige datiert bereits vom 1. Juni, wurde aber erst jetzt im Zuge der Einigung mit den Behörden öffentlich gemacht.

Kunden erhalten bis zu 10.000 Dollar Entschädigung

Eine Sprecherin von VW teilte mit, das Unternehmen kooperiere weiterhin mit dem US-Justizministerium. Darüber hinaus könne man sich zu dem Fall nicht äußern.

Volkswagen sieht sich mit zahlreichen Klagen und milliardenschweren Schadensersatzforderungen konfrontiert. So haben in den USA mehrere Bundesstaaten wie New York, Maryland und Vermont Klage eingereicht.

Im Juni hatte der Autohersteller einem Vergleich in den USA über knapp 15 Milliarden Dollar zugestimmt. Der Konzern erklärte sich bereit, geschädigten Kunden als Wiedergutmachung zwischen 5100 und bis zu knapp 10.000 Dollar pro Fahrzeug zu zahlen - je nach Modelltyp und Baujahr. Zudem muss der Konzern Rückkauf oder Umrüstung der Dieselwagen in einen gesetzeskonformen Zustand anbieten.

msc/dpa/AFP