E-Mobilität VW und Umicore investieren Milliarden in Batterieproduktion

Volkswagen sieht seine Zukunft in der E-Mobilität. Das Problem der Gegenwart: Dafür braucht es Batterien. Ein milliardenschweres Joint Venture mit einem belgischen Konzern soll Kapazitäten schaffen.
Fertigung eines VW ID.3 in Zwickau (aufgenommen im Februar 2020)

Fertigung eines VW ID.3 in Zwickau (aufgenommen im Februar 2020)

Foto: Hendrik Schmidt / dpa

Zusammen mit dem belgischen Konzern Umicore will Volkswagen ein milliardenschweres Gemeinschaftsunternehmen für die Herstellung eigener Batteriematerialien gründen. In einem Joint Venture aus der VW-Tochter PowerCo und dem Materialtechnologie- und Recyclingkonzern mit Sitz in Brüssel sollen drei Milliarden Euro investiert werden, um zum Ende des Jahrzehnts Material für 2,2 Millionen Elektroautos jährlich produzieren zu können. Das haben die Unternehmen jeweils in Brüssel und Salzgitter bekannt gegeben. Die Wettbewerbsbehörden müssen dem noch zustimmen.

»Der wichtigste Kostenfaktor von E-Fahrzeugen ist im Moment die Batterie«, sagte PowerCo-Chefeinkäufer Jörg Teichmann. Die Batterie sei daher auch die Basis des Erfolgs der E-Mobilität. In dem erst kürzlich gegründeten Unternehmen PowerCo bündeln sich alle Batterieaktivitäten des Wolfsburger Autobauers.

Das Joint Venture soll insbesondere die Herstellung von sogenannten Batteriekathoden und Vormaterialien übernehmen. Solches Kathodenmaterial sei für die Batterieproduktion ein unverzichtbarer Rohstoff, der für rund 50 Prozent des Gesamtwerts einer Batteriezelle steht, erläuterte VW-Technikvorstand Thomas Schmall. Auch für eine nachhaltige Beschaffung der verwendeten Rohstoffe möchte der Autohersteller von der Expertise aus Belgien profitieren.

Erste Fabrik soll 2025 in Salzgitter starten

»Wir bauen eine nachhaltige und transparente Lieferkette mit hohen Umwelt- und Sozialstandards auf und verorten die Wertschöpfung hier in Europa«, sagte Schmall. Die erste Fabrik für Batteriezellen soll 2025 mit der Fertigung in Salzgitter beginnen.

Hintergrund der Batterieoffensive von VW sind Lieferengpässe. Wer heute ein Elektroauto kaufen möchte, muss mit einer monatelangen Lieferzeit rechnen. VW will gemeinsam mit Partnern bis Ende des Jahrzehnts in sechs europäischen Fabriken Elektroauto-Akkus mit einer Leistung von 240 Gigawattstunden pro Jahr herstellen. In Europa will der Autobauer bis spätestens 2035 aus dem Geschäft mit Verbrenner-Fahrzeugen ausgestiegen sein. Die Produktionen in den USA und China sollen später folgen.

rog/dpa/AFP
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