Sponsoringaffäre um VfL Wolfsburg Volkswagen muss zwei Millionen Euro Bußgeld zahlen

Umstrittene Sponsoringgeschäfte für den Bundesligaverein VfL Wolfsburg kommen Volkswagen teuer zu stehen. Der Konzern muss ein Bußgeld in Höhe von zwei Millionen Euro zahlen.
Volkswagen-Logo am Konzernsitz: Bußgeld wegen Sponsoringaffäre

Volkswagen-Logo am Konzernsitz: Bußgeld wegen Sponsoringaffäre

Foto: Ferdinand Ostrop/ AP

Stuttgart - Die Verquickung eines millionenschweren Vertrages mit Sponsoringaktivitäten kostet den Volkswagen-Konzern viel Geld. Die Stuttgarter Staatsanwaltschaft hat gegen das Unternehmen ein Bußgeld in Höhe von zwei Millionen Euro verhängt. Die Ermittler hatten zwei VW-Manager und drei ehemalige Mitarbeiter der Telekom ins Visier genommen. Die VW-Führungskräfte sollen die Verlängerung eines Sponsoringvertrags für den Fußballverein VfL Wolfsburg gefordert haben, damit sie ihrerseits einen hochdotierten Vertrag mit der Telekom-Tochter T-Systems weiterführen.

Das Strafverfahren gegen die Manager hatte das Landgericht Stuttgart zuletzt gegen Zahlung einer Geldsumme eingestellt. Die Zahlung der Auflagen in Höhe von 100.000 und 200.000 Euro für seine beiden Führungskräfte übernahm Volkswagen.

Die Staatsanwaltschaft hat sich nun zusätzlich dazu mit VW auf die zwei Millionen Euro Bußgeld geeinigt. Das Gericht sah als erwiesen, dass der Konzern 2009 die Fortführung eines Dienstleistungsvertrages mit einem Fachunternehmen für Computersysteme von einem millionenschweren Sponsoring der Partnerfirma bei Wolfsburgs Fußballern abhängig gemacht hat. Trotz letztlich ergebnisloser Gespräche über das Sponsoring hielt das Gericht die Vorgehensweise des VfL-Gesellschafters durch zwei seiner Manager für strafwürdig. Der Konzern habe zudem seine Aufsichtspflicht zur Verhinderung derartiger Vorgänge verletzt. Für beide Sachverhalte erging ein Urteil über ein Bußgeld von jeweils einer Million Euro. Nach dem heutigen Recht hätte Volkswagen ein Bußgeld von bis zu 20 Millionen Euro gedroht.

Die Telekom kommt ohne Geldzahlung davon: Sie hatte den Fall damals angezeigt. Volkswagen erklärte auf Anfrage, das Unternehmen sei weiter überzeugt, sich im rechtlich zulässigen Rahmen bewegt zu haben. VW habe aber ein langwieriges Gerichtsverfahren vermeiden wollen. Das Gericht in Stuttgart war zuständig, weil einer der Manager in Stuttgart ansässig ist.

mmq/dpa/sid