Abgasskandal Richter verkündet Einigung zwischen VW und US-Behörden

Volkswagen und die US-Behörden haben kurz vor dem Ablauf eines Ultimatums einen Kompromiss zur Lösung des Abgasstreits ausgehandelt. "Ich bin sehr angetan", sagt der zuständige Richter.

VW-Logo an der Nasdaq
DPA

VW-Logo an der Nasdaq


Volkswagen hat mit ersten Eckpunkten zu einer Einigung in den USA einen wichtigen Schritt bei der Bewältigung des Abgasskandals gemacht. Kurz vor Ablauf eines Ultimatums haben der Autobauer und die US-Behörden einen Kompromiss zur Lösung der Affäre in den Vereinigten Staaten ausgehandelt. Entsprechende Eckpunkte legten die Parteien dem zuständigen US-Richter Charles Breyer bei einer Anhörung am Donnerstag zur Prüfung vor. In den USA sind fast 600.000 Dieselfahrzeuge von der Manipulation der Abgaswerte betroffen.

"Ich bin sehr angetan, mitteilen zu können, dass die Parteien einen konkreten Plan vorgelegt haben", sagte Breyer zum Auftakt der Gerichtsanhörung in San Francisco. Die Einigung umfasse Rückkäufe und mögliche Reparaturen der manipulierten Fahrzeuge sowie eine substanzielle Entschädigung für Dieselbesitzer. Zudem sei ein Umweltfonds vorgesehen.

Richter fordert detaillierten Reparaturplan

Breyer forderte einen detaillierten Plan zur Reparatur der rund 580.000 Dieselwagen, die in den Vereinigten Staaten von der Affäre um manipulierte Emissionswerte betroffen sind. Die Frist für die detaillierte Einigung setzte Breyer auf den 21. Juni. Ob ein Deal in den USA sich anschließend auf die Situation in Europa mit etwa 8,5 Millionen Fahrzeugen übertragen ließe, gilt jedoch als fraglich. Weltweit sind rund elf Millionen Fahrzeuge betroffen.

Der für Hunderte Zivilklagen wegen Verstößen gegen US-Gesetze zuständige Breyer hatte bis zum Donnerstag eine Lösung verlangt. Er hatte Volkswagen und der US-Umweltbehörde EPA eine Frist dafür gesetzt, die schon einmal verlängert worden war.

Angesichts der erwarteten Milliardenkosten für die Einigung dürfte Volkswagen Chart zeigen für das vergangene Geschäftsjahr aller Voraussicht nach einen großen Verlust verbuchen. Die Eckdaten hierzu sollen nach einer Sitzung des VW-Aufsichtsrats am Freitag veröffentlicht werden.

Bereits am Mittwoch hatte es Meldungen gegeben , dass sich Volkswagen mit den US-Behörden auf einen Vergleich geeinigt habe. Demnach wolle der Konzern den betroffenen Kunden in Nordamerika 5000 Dollar Entschädigung zahlen. Davon unabhängig müsse VW die Kosten für die Umrüstung der jeweiligen Autos tragen.

Auch für VW-Kunden in Deutschland fordern Verbraucherschützer eine gerechte Entschädigung: "Wenn Volkswagen geschädigten Kunden in den USA 5000 Dollar zahlt, steigt die Ungerechtigkeit gegenüber deutschen Kunden. Auch betroffene VW-Kunden in Deutschland erwarten eine unkomplizierte Lösung", sagte Klaus Müller, Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands.

kpa/dpa/Reuters



insgesamt 81 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
_unwissender 21.04.2016
1. Man wird es sehen ...
Ich wette, dass der deutsche Kunde keine 10% der Wertschätzung eines US-amerikanischen Kunden genießt. Ergo: nicht einmal 500 US-Dollar. Und, man muss es mit Fassung tragen: wir wissen, dass die Industrie im Verbund mit der Politik schmutziges Spiel betreibt. So gesehen hat der Michel eigentlich gar nichts verdient.
tomtom4711 21.04.2016
2. Ich will auch sowas!!
Als Audi TDI Fahrer möchte ich auch eine Entschädigung oder den Rückkauf meines Wagens! Warum immer nur die Amis??
XRay23 21.04.2016
3.
Warum sollte jemand sein Auto zurückgeben können? Fahren die jetzt auf einmal schlechter?
heini444 21.04.2016
4. Na dann
klaaaaaagt doch !!!! Wird euch nichts nützen. Solange immer noch viele VWs in Deutschland gekauft werden, kanns doch nicht so schlimm sein. Wäre cool wenn die Betriebserlaubnis für ein paar Typen erlischt und keiner was dagegen machen kann. Michel, Michel. tse
voerden 21.04.2016
5. darum nicht in Deutschland
weil VW rechtlich nicht so bedroht ist in Deutschland weil es viel mehr betroffene Autos in Deutschland gibt
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.