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16. Oktober 2015, 08:54 Uhr

Abgasskandal

VW-Verkaufszahlen in der EU trotzen bislang Dieselgate

Am 20. September hat VW die Abgasmanipulation eingeräumt. Den Verkaufszahlen in der EU hat das zunächst nicht geschadet: Der Autokonzern konnte seinen Absatz deutlich steigern - aber nicht so stark wie andere deutsche Hersteller.

Absatz in Zeiten des Diesel-Skandals: Die Affäre um manipulierte Abgasmessungen bei Volkswagen hat im September die Freude der Konsumenten am Autokaufen vorerst nicht getrübt. In der Europäischen Union (EU) seien mit knapp 1,36 Millionen Autos 9,8 Prozent mehr Wagen neu zugelassen worden als im entsprechenden Vorjahreszeitraum, teilte der Branchenverband Acea mit.

Das ist der 25. Anstieg in Folge. Die Affäre bei VW war aber erst zum Ende des Monats öffentlich geworden.

Volkswagen selbst legte um 8,4 Prozent auf knapp 316.000 Fahrzeuge zu. Die anderen deutschen Hersteller steigerten den Verkauf allerdings deutlicher. So setzte Daimler 18,6 Prozent mehr Fahrzeuge ab, BMW legte um 17,8 Prozent zu.

Unter den wichtigsten Absatzmärkten bildete Deutschland mit einem Plus von 4,8 Prozent das Schlusslicht. Besonders kräftig stiegen die Verkäufe hingegen in Spanien (plus 22,5 Prozent) und Italien (plus 17,2 Prozent). In Frankreich (plus 9,1 Prozent) und Großbritannien (plus 8,6 Prozent) lag das Absatzplus unter der Marktentwicklung.

Der VW-Konzern hatte am 20. September massive Abgasmanipulationen an seinen Dieselmodellen in den USA eingeräumt. Der damalige Volkswagen-Chef Martin Winterkorn erklärte wenige Tage später seinen Rücktritt von der Konzernspitze. Der neue Chef Matthias Müller will die Krise nun nutzen, um den Autokonzern umzubauen.

bos/dpa

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