Millionengehälter Volkswagen verschärft Boni-Regeln für Topmanager

Weniger Geld bei Fehlverhalten, Rückzahlung bei groben Fehlern - Volkswagen will die Boni seiner 450 Topmanager strenger reglementieren. Die Hoffnung: ein Kulturwandel.
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Foto: Carsten Koall/ Getty Images

Der Volkswagen-Konzern will ab 2019 ein neues Vergütungssystem für das Topmanagement einführen - und vor allem das Bonussystem deutlich verändern. Individuelle Bonuszahlungen sollen dann entfallen, dafür sollen künftig zwei Drittel statt bisher ein Drittel der variablen Vergütung von Konzernzielen wie dem Gewinn oder dem Aktienkurs abhängen. Das teilte VW am Mittwoch mit.

Der vielzitierte Kulturwandel werde damit auch im Vergütungssystem verankert, sagte VW-Personalvorstand Gunnar Kilian. Bei schwerwiegenden Verfehlungen kann der Konzern den Angaben zufolge künftig auch Bonuszahlungen zurückverlangen.

Es geht bei dem neuen Vergütungssystem um Regeln für etwa 450 Führungskräfte unterhalb des Konzernvorstands. Beim Langzeitbonus erhalten die Manager künftig jedes Jahr virtuelle VW-Aktien und erst nach drei Jahren eine entsprechende Zahlung.

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In den vergangenen Jahren und angesichts von "Dieselgate" hatten die Boni für die VW-Manager für Aufregung gesorgt. Der Konzern reformierte zum Geschäftsjahr 2017 sein System zur Bestimmung der Vorstandsgehälter. So gibt es für den Vorstandschef seitdem eine Höchstgrenze von 10 Millionen Euro, für Vorstandsmitglieder von 5,5 Millionen Euro.

Spitzenverdiener unter den zehn obersten VW-Führungskräften war im vergangenen Jahr der frühere Vorstandschef Matthias Müller, der mehr als 10,1 Millionen Euro erhielt.

ssu/dpa
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