Abgasaffäre Volkswagen erklärt CO2-Problem für erledigt

Mit den Angaben zum CO2-Ausstoß hat Volkswagen nicht gegen Gesetze verstoßen - behauptet jedenfalls der Konzern selbst. Die zuständigen Behörden wissen davon nichts. Die Schönfärberei im Prospekt muss VW sich aber ohnehin vorwerfen lassen.

Autos von Volkswagen: Schönfärberei im Rahmen der Gesetze
AP/dpa

Autos von Volkswagen: Schönfärberei im Rahmen der Gesetze

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Volkswagen hat die Affäre um die Unregelmäßigkeiten bei CO2-Werten in Abgasen seiner Autos für beendet erklärt. "Nach umfassenden internen Prüfungen und Messkontrollen ist nun klar, dass fast alle diese Modellvarianten doch den ursprünglich festgestellten CO2-Werten entsprechen", heißt es dazu in einer offiziellen Stellungnahme des Konzerns. "Der Verdacht auf rechtswidrige Veränderung der Verbrauchsangaben von aktuellen Serienfahrzeugen hat sich nicht bestätigt."

Vom Kraftfahrt-Bundesamt gab es zunächst keine Bestätigung. "Mir liegen dazu keine Informationen vor", erklärte Amtssprecher Stephan Immen. Auch zur Frage, wie weit die Prüfungen gediehen seien, konnte er keine Auskunft geben.

Auch im Bundesverkehrsministerium kann man die Erklärung von Volkswagen zunächst nur zur Kenntnis nehmen. "Wir schauen jetzt erst einmal, wie die Ergebnisse der unabhängigen technischen Dienste ausgefallen sind, die die Messungen vorgenommen haben", sagte ein Sprecher.

Schönfärberei - aber kein Gesetzesverstoß

Wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" ohne Angabe von Quellen berichtet, bewegen sich die Messwerte im zulässigen Toleranzbereich. Damit müssten nur wenige ab jetzt produzierte Neuwagen mit neuen Werten vom Kraftfahrt-Bundesamt freigegeben werden.

In der vergangenen Woche hatte der VW-Konzern bereits erste Signale einer Entwarnung gegeben. "Es werden von Tag zu Tag weniger", sagte ein Sprecher zur Zahl der betroffenen Autos. Abweichungen seien zwar festzustellen, doch sie würden die gesetzlich festgelegten Grenzen nicht überschreiten. Skoda hatte das Thema bereits für komplett erledigt erklärt. Dass die Prospektangaben über den Verbrauch und damit den CO2-Ausstoß der Autos allzu optimistisch formuliert wurden, bleibt allerdings ein Vorwurf, den sich der Konzern gefallen lassen muss.

Anfang November hatte der Konzern von Unregelmäßigkeiten berichtet, von denen bis zu 800.000 Autos des Konzerns betroffen sein könnten. Bei der Typ-Zulassung zahlreicher Modelle seien zu niedrige CO2-Werte angegeben und damit falsche Versprechen über den Spritverbrauch gemacht worden. Die Kosten für die Instandsetzung der betroffenen Fahrzeuge waren zunächst auf rund zwei Milliarden Euro veranschlagt.



insgesamt 133 Beiträge
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windpillow 09.12.2015
1. Ach ne?
Ich erkläre hiermit mein Kreditrückzahlungs-Problem auch für erledigt.
Tadeuz2 09.12.2015
2. Guten Nachrichten!!
Auch wenn hier im Forum ganz sicher wieder mit viel Hähme reagiert wird, so ist das doch grundsätzlich auch mal eine gute Nachricht. Die Werte befinden sich innerhalb der Norm. Dass die Werbung diesbezüglich etwas blumig ist, müssen sich ALLE Automobilhersteller vorwerfen lassen.
grommeck 09.12.2015
3. Na also - alles wieder gut!!
Kauft VW Bürger, DAS Auto.
UnitedEurope 09.12.2015
4. Titellos
"Die zulässigen Grenzwerte nicht überschritten" - Trotz allem ein Hohn, sind doch diese Grenzwerte lächerlich hoch angesetzt, und haben nichts mit tatsächlich "ertragbaren" Abgasen zu tun. Diese Werte sind ein reines Geschenk an die Industrie, die diese wieder durch massives Lobbying (insbesondere in Person von Matthias Wissmann) erwirkt haben. Und dann sagen, man halte sich nur an das, was der Gesetzgeber vorschreibt ... welche Heuchelei ...
Attila2009 09.12.2015
5.
Gut und ich erkläre VW als zukünftigen Anbieter für mein Auto als "erledigt". Sollen die doch sehen wo die ihre Schummelkisten los werden.
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