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29. Juli 2016, 15:10 Uhr

USA

VW will wegen Dieselskandal bis zu 800 Mitarbeiter einstellen

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Im Abgasskandal legt Volkswagen seinen Fokus offenbar für mehrere Jahre auf die USA. Bis zu 800 neue Leute stellt der Autokonzern dort ein, um die Forderungen aus dem Milliardenvergleich abzuarbeiten.

Es wird ein hartes Stück Arbeit für Volkswagen, sich vom Abgasskandal reinzuwaschen. Das zeigt der Umgang des Autokonzerns mit dem milliardenteuren Vergleich in den USA. In Deutschland, wo lediglich betroffene Dieselmodelle umgerüstet werden, erledigen Autohändler den Job für VW. Auf dem US-Markt dagegen plant Volkswagen bis zu 800 neue Mitarbeiter einzustellen, um den nötigen Rückkauf oder die Umrüstung der Wagen sowie die Zahlungen zur Wiedergutmachung zu organisieren.

Dem zuständigen US-Richter Charles Breyer hat VW zugesichert, mit Hunderten neuen Leuten speziell daran zu arbeiten, die erzielte Einigung mit US-Behörden und Zivilklägern umzusetzen. Das geht aus den Unterlagen zur jüngsten Anhörung vor Gericht am vergangenen Dienstag hervor. Breyer forderte dort von VW, sich verantwortlich und zuständig zu zeigen. Diese Qualitäten wolle der Konzern demonstrieren, betonte VWs Anwältin Sharon Nelles von der Kanzlei Sullivan & Cromwell.

250 bis 300 Mitarbeiter sollen laut der VW-Anwältin angestellt werden, um in den nächsten Jahren den nötigen Kundendienst sicherzustellen, die Forderungen von VW-Besitzern abzuarbeiten, Händler zu unterstützen, technische Hilfe anzubieten und die Logistik von nötigen Teilen und Autos zu organisieren. Den Autohändlern will der Konzern zudem mindestens rund 250 - eventuell doppelt so viele - Spezialisten für das unterzeichnete Abkommen zur Seite stellen.

VW muss US-Hauptquartier ausbauen

Derzeit arbeiten nach Aussagen von Nelles bereits 40 Mitarbeiter daran, eine spezielle Webseite zu designen, ein Portal für die Kundenforderungen aufzubauen und betroffene VW-Besitzer zu informieren. Für all die neuen Mitarbeiter müsse der Firmenstandort in Auburn Hills im Bundesstaat Michigan erweitert werden, sagten die Anwälte.

Der Wolfsburger Autobauer hatte sich mit Kunden und US-Behörden auf einen Vergleich über bis zu 14,7 Milliarden Dollar geeinigt. VW erklärte sich bereit, geschädigten Kunden als Wiedergutmachung zwischen 5100 und bis zu knapp 10.000 Dollar pro Fahrzeug zu zahlen - je nach Modelltyp und Baujahr. Zudem muss der Konzern Rückkauf oder Umrüstung der Dieselwagen in einen gesetzeskonformen Zustand anbieten.

Um den Vergleich wie vereinbart umzusetzen, will VW betroffenen US-Kunden sieben Tage die Woche eine Hotline anbieten und im Internet einen Livechat sowie wichtige Dokumente zum Download bereitstellen.

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