Elektroautos, autonomes Fahren VW will 44 Milliarden Euro in Zukunftstechnik stecken

Volkwagen startet den Konzernumbau: Ein Drittel der Gesamtausgaben bis 2023 sollen in Elektroautos und autonomes Fahren investiert werden.

Volkswagen in Wolfsburg
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Volkswagen in Wolfsburg


Deutschlands größter Autobauer will in den kommenden fünf Jahren insgesamt 44 Milliarden Euro in Elektroautos, autonomes Fahren, Mobilitätsdienste und Digitalisierung investieren. Das teilte VW nach einer Aufsichtsratssitzung in Wolfsburg mit.

Die Investitionen umfassen demnach ein Drittel der geplanten Gesamtausgaben des Konzerns bis Ende 2023. Insgesamt rund 30 der 44 Milliarden Euro sollen in die E-Mobilität fließen. Das Unternehmen will unter anderem eine neue Fabrik in Osteuropa bauen, aber auch in deutsche Standorte investieren: Um künftig Elektrofahrzeuge produzieren zu können, sollen die Werke in Zwickau, Emden und Hannover umgebaut werden.

Bereits 2019 will VW mit der Produktion eines Elektroautos in Zwickau beginnen. Ab 2021 sollen dort sechs Modelle für drei Marken gebaut werden.

Emden soll Kleinwagen und Limousinen für mehrere Marken des Konzerns bauen, während in Hannover der Bulli-Nachfolger ID Buzz produziert werden soll. Ab 2022 sollen dort die ersten E-Autos vom Band laufen. Die Angestellten an den Standorten erhalten eine Beschäftigungsgarantie bis Ende 2028.

Der E-Golf von Volkswagen
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Der E-Golf von Volkswagen

E-Strategie könnte teurer werden als geplant

Angesichts der Abgas-Affäre und der Krise des Dieselmotors können Investitionen für VW jedoch zu einer zusätzlichen Belastung werden. Allein die Beilegung der Abgasaffäre hat den Konzern bisher gut 27 Milliarden Euro gekostet. Dennoch hält der Konzern an seinem Ziel fest, jährlich einen Cashflow von mindestens zehn Milliarden Euro zu erzielen.

Konzernchef Herbert Diess räumte zudem ein, dass die Ertragskraft im Automobilgeschäft mit dem Wandel vom Verbrennungsmotor zum E-Auto zunächst abnehme. Jüngst hatte Diess davor gewarnt, dass die E-Strategie teurer werden könnte als geplant.

E-Autos sollen bis 2025 ein Fünftel der westeuropäischen Produktion ausmachen. Die Produktion von Modellen mit Batterieantrieb soll in diesem Zeitraum von sechs auf mehr als 50 gesteigert werden. Zu möglichen Investitionen in eine europäische Batteriefertigung wollte sich VW noch nicht festlegen.

Belegschaft soll durch Altersteilzeit reduziert werden

Die Umstellung auf die weniger komplexen Elektromotoren soll bei VW jedoch Arbeitsplätze kosten: Der Konzern hat angekündigt, die in Emden und Hannover befristet Beschäftigten nicht zu übernehmen. Stattdessen soll ihnen angeboten werden, an andere Standorte des Konzerns umzusiedeln, teilte das Unternehmen mit. Die Stammbelegschaft soll durch Altersteilzeit reduziert werden. Allein in Hannover sollen in den kommenden zehn Jahren 300 bis 400 Stellen jährlich über Altersteilzeit abgebaut werden.

Die Passat-Produktion verlagert der Konzern weg aus Deutschland in das tschechische Skoda-Werk Kvasiny. Für die geplante neue Fabrik in Osteuropa, in der für Skoda und Seat produziert werden soll, sucht Volkswagen derzeit noch einen geeigneten Standort.

Der Aufsichtsrat erweiterte außerdem das Aufgabengebiet von Unternehmenschef Diess: Er soll ab Mitte Januar die Kontrolle über den wichtigsten Absatzmarkt China übernehmen. Auch dort will Volkswagen die E-Mobilität voranbringen - allein 2019 sollten mehr als vier Milliarden Euro in E-Autos und Digitalisierung fließen. Bis 2020 seien 30 neue Elektroautos geplant. Im täglichen Geschäft soll Diess von Manager Stephan Wöllenstein unterstützt werden. Der derzeitige China-Chef Jochem Heizmann geht in den Ruhestand.

kko/AFP/dpa/Reuters



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