Geplanter Rückkauf Volkswagen will Autovermieter Europcar übernehmen

Der Wolfsburger VW-Konzern hatte sich 2006 von Europcar getrennt. Jetzt plant er den Rückkauf – und hofft auf das dichte Netz an Vermietstationen.
Europcar-Station nahe Paris: Übernahme könnte für VW attraktiv sein

Europcar-Station nahe Paris: Übernahme könnte für VW attraktiv sein

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Charles Platiau / REUTERS

Einst zählte Europcar nicht zum Kerngeschäft und flog bei einer Sanierungswelle 2006 aus dem VW-Konzern. Inzwischen sind alternative Mobilitätskonzepte abseits des eigenen Autos immer gefragter – und Volkswagen erwägt einen Rückkauf des Autovermieters Europcar.

Zusammen mit Partnern habe das Unternehmen eine unverbindliche Übernahmeofferte von 44 Cent je Europcar-Aktie auf den Tisch gelegt, teilte der Wolfsburger Autokonzern mit. Damit wird Europcar mit rund 2,2 Milliarden Euro bewertet. Derzeit sei ungewiss, ob und unter welchen Bedingungen eine Transaktion zustande komme, erklärte Volkswagen. Das Angebot sei von Europcar abgelehnt worden.

Vor 15 Jahren für 3,3 Milliarden Euro verkauft

Die Aktie des Autovermieters jedoch legte nach der Bestätigung des Angebots durch Volkswagen an der Pariser Börse um fünf Prozent auf gut 45 Cent zu. Insider hatten bereits seit Längerem vermutet, dass VW Europcar zurückkaufen wolle. Eine Einigung sei angesichts der finanziellen Belastungen durch die Coronapandemie jedoch alles andere als sicher, hatte es damals geheißen.

Zu der Bietergruppe um Volkswagen gehört demnach der Finanzinvestor Attestor Limited sowie Pon Holdings, der größte Importeur von Volkswagen in den Niederlanden. Eine mögliche Übernahme könnte attraktiv sein, hieß es von VW. Es sei eine von mehreren Möglichkeiten, VW Zugang zu einer Plattform zu geben, die die Unternehmenspläne in Sachen Mobilität stützen würde. Über die Mitteilung hinaus machte VW keine Angaben.

Volkswagen hatte Europcar vor rund 15 Jahren an den französischen Finanzinvestor Eurazeo verkauft, der sich die Übernahme einschließlich aller Schulden gut 3,3 Milliarden Euro kosten ließ. Ein Deal würde Volkswagen nun einen zusätzlichen Absatzkanal eröffnen. Branchenkenner halten es zudem für möglich, dass Volkswagen das dichte Netz an Vermietstationen von Europcar bei seinen Plänen nutzen will, um selbst zu einem Mobilitätsanbieter zu werden.

apr/Reuters/dpa