Klimawandel Volkswagen will interne CO2-Steuer einführen

Seit der Dieselaffäre galt VW als Umweltsünder, nun wagt der Autokonzern die Flucht nach vorn: Nach SPIEGEL-Informationen will Konzernchef Diess künftig Luftverschmutzer im eigenen Haus zur Kasse bitten.

VW-Werk in Wolfsburg (Archivbild)
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VW-Werk in Wolfsburg (Archivbild)

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Der Volkswagen-Konzern plant die Einführung einer internen CO2-Steuer. Das geht aus einem Brief des Konzernchefs Herbert Diess an seine Führungskräfte hervor. Wie der SPIEGEL berichtet, will Diess mit der Steuer alle Abteilungen des Konzerns erziehen und Anreize schaffen, CO2-Emissionen zu verringern. Das Ziel des VW-Chefs lautet: "Der Volkswagen-Konzern ist spätestens 2050 ein klimaneutrales Unternehmen."

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Die interne Steuer sollen diejenigen Unternehmensteile bezahlen, die den Ausstoß verursacht haben. Sie wird erhoben auf die Nutzung von Strom, Wärme und Kraftstoff, und zum Beispiel auch für Flugreisen. Wer künftig mit dem Flugzeug reist, muss für die entstandene Verschmutzung aufkommen. Der hauseigene Flugservice, mit dem VW-Manager durch die Welt jetten, wird seinen Nutzern künftig 100 Euro pro verursachter Tonne CO2 in Rechnung stellen. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte bei SPIEGEL+.)

Mit dem Geld will VW Klimaschutzprojekte mitfinanzieren, zum Beispiel die Aufforstung von Regenwäldern. Gedacht ist das als Ausgleich für Umweltschäden, die sich bisher nicht vermeiden lassen. Als Beispiel nennt Diess in dem Brief das neue Elektroauto I.D. Der Nachfolger des E-Golf soll zwar ab 2020 weitgehend mit erneuerbaren Energien erzeugt werden. Doch der Ausstoß von CO2 werde sich nicht vollständig vermeiden lassen, zum Beispiel bei der Produktion von Stahl.

Die geplante CO2-Steuer ist Diess zufolge Teil des Plans, die Unternehmensstrategie stärker an Umweltbelangen auszurichten. Die Klimaziele von Paris, schreibt der VW-Chef, seien die "Richtschnur für unser Handeln". Volkswagen dürfe solchen Vorgaben "nicht hinterherlaufen", sondern müsse "überzeugend umsteuern".

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insgesamt 26 Beiträge
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Seite 1
jj2005 15.02.2019
1. Interessant
Sieht natürlich stark nach Greenwashing aus, aber es könnte indirekt schon ein Umdenken in den Führungsetagen einleiten, wenn die Herrschaften (gibt's da auch Frauen?) für ihr Rumjetten ordentlich löhnen müssen. Vielleicht denkt der eine oder andere dann mal über die Vorzüge von Videokonferenzen nach. Und irgendwann schämt man sich dann für die hauseigene SUV-Kultur ;-)
dirkcoe 15.02.2019
2. Naja
weder der VW Konzern - noch Herr Diess betrachte ich als sonderlich glaubwürdig. Und das ruinierte Image des Betrugskonzerns wird diese Aktion auch nicht verbessern. In normalen Unternehmen steht der Kunde im Mittelpunkt - bei VW scheint der Kunde nur ein nervendes, aber notwendiges Übel zu sein.
günter1934 15.02.2019
3. Zurück in die Zukunft
Da lohnt sich für VW ein Blick zurück in die Zukunft. Im Jahr 1968 plante die BASF die Errichtung einen Kernkraftwerks. Wäre heute vielleicht auch eine Option für VW! https://de.nucleopedia.org/wiki/Kernkraftwerk_BASF
Onkel Drops 15.02.2019
4. Die 2050 sofern noch vorhanden!?!
staffelt doch lieber eure Verkaufs Modelle nach co2 Auswurf. ganz besonders bei Verkaufsaktionen mal die sparsamsten nach vorne holen. liebe kfz Fahrer es sei jedem gegönnt, aber 2t und hunderte PS sind bei tempo 50-100 garantiert schädlicher wie ein ausreichender PKW/ maximal Kombi sein kann auch schon bei der Herstellung. die ehemals schnuckligen agilen Rennsemmeln gibts nicht mehr dafür aber den Mini, Fiat 500 und andere jetzt als SUV damit man im Wohnzimmer allein durch die Gegend cruised . weiterer Vorteil man weiß das die nächsten Beschränkungen und damit verbundenen Neukäufe dann wieder Kundschaft ranspült. das wird aber in den VW Berechnungen null auftauchen - alles grün ,alles ganz große Ökoretter die bei VW verantwortungsbewußt bis zur Geldbörse (vom kleinen Zeh aufwärts natürlich, da wo ihnen der Kunde entlang geht und maximal bis zum Gürtel der nicht enger geht !). fragen sie mal Herrn Winterkorn der am Koiteich grinst... und in 31 Jahren tja dann endlich 0% co2 Ausstoß durch neue Fahrzeuge und bessere Fabriken oder weil null Neuwagen und null Produktion ? alles wie der Flottenverbrauch totaler Schwachsinn :zwei UPs und der SUV macht dann drei PKWs aus mit nem mittleren Wert für alle drei, da fließen dann noch ein die 3,5 Tonnen aufwärts. damit es unübersichtlich bleibt natürlich den BMW baut keine LKW, Mercedes schon. Hauptsache irgend ein Wert den man vorweist . der Endnutzer wird mit Schwachfug vertröstet , der Staat schränkt aber auch solche Schlucker nicht unter puren Luxus ein. nein er kauft sie selbst ,siehe Dienstwagen von BMW 7er hybrid (mehr Benzin wie vorher, dicker Akku und dicke e Motoren muss man ja bei Panzerwagen unbedingt haben! )da klingt dann am Ende garnichts so eco friendly oder? schaden abwenden und nicht blind einfach noch welchen extra erzeugen... ist das den so schwer
apolloaghast 15.02.2019
5. PR strategies to the front
Herr Diess hat seine PR Experten konsultiert. Neues Thema setzen um vom Betrug am Kunden abzulenken. Die Dreistigkeit des Betrugskonzerns wird nur noch übertroffen von der Inkompetenz des Industrielobbyisten, der unter dem Etikett des Verkehrsministers daher kommt. Auch der deutsche Michel versagt als aufgeklärter Konsument auf ganzer Linie, wenn man sich die Zulassungsstatistik 2018 ansieht. VW als no. one im Kundenbetrug und dennoch no. one bei den Zulassungen. Wer sich so über den Tisch ziehen läßt, sollte beim Jammern ganz leise sein oder seinem Bundestagsabgeordneten richtig unbequem werden.
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