Angriff auf Tesla Volkswagen will neues Werk für Elektroautos in den USA bauen

Die Suche nach einem konkreten Standort läuft: VW will in den USA ein neues Werk bauen und dort Elektrofahrzeuge für den US-Markt herstellen. Der Konzern will damit auch Tesla Konkurrenz machen.
Arbeiter im Volkswagen-Werk in Chattanooga

Arbeiter im Volkswagen-Werk in Chattanooga

Foto: Erik Schelzig/ AP

Diese Nachricht dürfte US-Präsident Donald Trump gefallen: Volkswagen will ein neues Werk in Nordamerika bauen, um dort Elektrofahrzeuge für den US-Markt herzustellen. Die Gespräche und Überlegungen zur Auswahl des Standorts liefen bereits, sagte der neue Nordamerika-Chef Scott Keogh am Rande einer Automesse in Los Angeles. Das neue Fahrzeug solle 2020 unter der Marke Volkswagen zu einem Kaufpreis von 30.000 bis 40.000 Dollar vorgestellt werden.

Um diesen Zeitrahmen zu halten, werde das neue E-Auto zu Beginn außerhalb der USA gefertigt, später dann soll die Produktion an dem neu ausgewählten Standort in den USA erfolgen. Eine Option könnte das bestehende Volkswagen-Werk in Chattanooga im Bundesstaat Tennessee sein, wo der Passat und der SUV Atlas gebaut werden.

Volkswagen   will mit einem neuen Elektroauto auch den US-Pionier Tesla angreifen. Die Pläne sind Teil der massiven Investitionen des größten europäischen Autobauers in E-Fahrzeuge. VW hatte kürzlich beschlossen, bis 2023 knapp 44 Milliarden Euro in die Elektromobilität, das autonome Fahren, Mobilitätsdienste und die Digitalisierung zu stecken - zehn Milliarden Euro mehr als VW für den letzten Planungszeitraum bis 2022 angesetzt hatte. Vorstandschef Herbert Diess will Volkswagen damit zu einem führenden Anbieter von Elektroautos umbauen.

Auch BMW prüft weitere Produktion in den USA

US-Präsident Trump hatte die Autobranche zuletzt wieder stärker in den Fokus gerückt. Er zeigte sich vor allem über harte Sparmaßnahmen beim US-Hersteller General Motors verärgert und hat erneut höhere Zölle auf Autoimporte in die USA ins Spiel gebracht. Die "Wirtschaftswoche" hatte berichtet, dass Trump schon kommende Woche Sonderzölle auf Autoimporte verhängen könnte.

In diesem angespannten Klima stimmte BMW-Chef Harald Krüger auf der Autoshow in Los Angeles versöhnliche Töne an. Der Konzern prüfe eine zweite Produktionsanlage in den USA, in der Motoren und Getriebe hergestellt werden könnten, sagte er am Mittwoch. "Wir sind in einer Lage, in der man über einen zweiten Standort nachdenken kann." Das sei auch eine Absicherung gegen Währungsturbulenzen. BMW hat in South Carolina bereits ein Montagewerk und will im nächsten Jahr ein Werk in Mexiko eröffnen.

mmq/Reuters
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