Dax-Gehälterstudie VW-Vorstände verdienen 97-mal so viel wie ihre Mitarbeiter

In keinem deutschen Unternehmen klafften die Verdienste von Vorständen und einfachen Mitarbeitern 2018 so weit auseinander wie bei VW. Der Topverdiener des Dax führt jedoch einen anderen Konzern.

Das Jahr 2018 war kein Rekordjahr - zumindest nicht, was die Vergütung der Topmanager deutscher Großunternehmen betrifft. Im Schnitt sind die Vorstandsgehälter bei den 30 Dax-Konzernen um zwei Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesunken: von 3,64 auf 3,56 Millionen Euro. Das geht aus einer Analyse der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) und der Technischen Universität München hervor.

Damit spiegelte die Vergütung der Topmanager in den 30 größten börsennotierten Unternehmen Deutschlands zwar grundsätzlich die negative Entwicklung an der Börse im vergangenen Jahr wider, stellt die DSW fest. Allerdings sanken die Vorstandsgehälter damit weit weniger stark als etwa die Aktienkurse, die im Schnitt um 18,3 Prozent an Wert verloren. Selbst wenn die Dividendenzahlungen berücksichtigt werden, betrug der Wertverlust hier noch 12,7 Prozent.

Die einfachen Mitarbeiter der Großkonzerne mussten im vergangenen Jahr zwar in der Regel keine Verdienstrückgänge hinnehmen. Dennoch klafft zwischen ihnen und den Topmanagern eine riesige Lücke: Im Schnitt verdiente ein Vorstandsmitglied eines Dax-Konzerns 52-mal so viel wie ein durchschnittlicher Angestellter. Diese Lücke ist im Vergleich zum Vorjahr nicht kleiner geworden.

Am eklatantesten war das Gehaltsgefälle bei Volkswagen: Bei den Autobauern verdienten die Vorstände im Schnitt 97-mal so viel wie angestellte Mitarbeiter. Bei Fresenius, dem Konzern mit der zweithöchsten Vergütungskluft, war es noch das 79-fache. Heidelberg Cement landet mit einem Faktor von 73 auf Platz drei.

In der folgenden Grafik sehen Sie das Gehaltsgefälle zwischen Vorstand und durchschnittlichem Arbeitnehmer für alle 30 Dax-Konzerne.

Auffallend ist, dass gleich bei fünf der zehn Dax-Konzerne mit der größten Gehaltskluft die Vorstandsgehälter sogar unterdurchschnittlich sind: Sowohl bei der Deutschen Post (2,75 Millionen Euro), Adidas (2,90 Millionen Euro), Continental (2,87 Millionen Euro) als auch bei Henkel (3,51 Millionen Euro) war das der Fall. Zu erklären ist das mit den relativ niedrigen durchschnittlichen Löhnen der Mitarbeiter dieser Konzerne.

Umgekehrt landeten mit der Deutschen Bank (5,09 Millionen Euro), SAP (4,44 Millionen Euro) und Covestro (4,0 Millionen Euro) drei Konzerne im unteren Drittel des Gehaltskluft-Rankings, bei denen die Vorstände deutlich überdurchschnittlich verdienen: In diesen Unternehmen sind auch die durchschnittlichen Gehaltszahlungen relativ hoch.

In diesen beiden Diagrammen können Sie die durchschnittliche Vergütung der Vorstände und den durchschnittlichen Aufwand pro Mitarbeiter der Konzerne für das Jahr 2018 in absoluten Euro-Beträgen ablesen:

Absoluter Spitzenverdiener der deutschen Dax-Topmanager war erneut SAP-Chef Bill McDermott. Er erhielt eine Vergütung von insgesamt rund 10,8 Millionen Euro. Platz zwei belegte Volkswagen-Chef Herbert Diess mit rund 7,9 Millionen Euro, Platz drei ein relativ Unbekannter: Bernd Scheifele von Heidelberg Cement mit rund 7,3 Millionen Euro. Siemens-Chef Joe Kaeser erhielt mit 6,96 Millionen Euro die vierthöchste Vergütung eines Dax-Vorstands.

Im Normalfall besteht die Vergütung von Dax-Vorständen aus je einem fixen, einem variablen (also erfolgsabhängigen) und einem aktienkursbasierten Bestandteil.

fdi
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.