Abgasskandal VW-Aktie fällt zeitweise unter 100 Euro

Die VW-Aktie fährt Achterbahn. Nach den Abstürzen der vergangenen Tage rutsche der Kurs am Mittwoch erstmals seit vier Jahren unter die Marke von 100 Euro - drehte danach aber ins Plus.

VW-Symbol: An der Börse hat der Konzern drastisch an Wert verloren
DPA

VW-Symbol: An der Börse hat der Konzern drastisch an Wert verloren


Der Kurssturz der Volkswagen Chart zeigen-Aktie ist erst einmal gestoppt. Am Mittwochmorgen fiel der Kurs der Papiere zwar kurz nach Handelseröffnung zeitweise um acht Prozent und rutschte erstmals seit Oktober 2011 unter 100 Euro. Im weiteren Verlauf erholte sich die Aktie aber wieder und notierte zeitweise zwei Prozent im Plus.

Der Absturz des einstigen Börsenstars bleibt aber gewaltig: Mitte März lag der Kurs noch bei 255 Euro, vergangene Woche immerhin noch bei knapp 170 Euro.

Grund für den enormen Wertverlust ist vor allem die Angst vor hohen Straf- und Schadensersatzzahlungen in der Affäre um manipulierte Dieselmotoren. Am Dienstag hatte das Unternehmen deswegen bereits eine Gewinnwarnung rausgegeben und angekündigt, allein in diesem Jahr 6,5 Milliarden Euro Rückstellungen zu bilden.

Ob das reicht, ist fraglich. Allein die Strafzahlungen in den USA könnten sich auf bis zu 18 Milliarden Euro belaufen. Hinzu kommen mögliche Zivilklagen auf Schadensersatz. Die Analysten der US-Bank JP Morgan rechnen im schlimmsten Fall mit Belastungen von bis zu 40 Milliarden Euro.

An diesem Mittwoch berät das Präsidium des VW-Aufsichtsrats über Konsequenzen aus dem Skandal. Dabei geht es auch darum, ob der Vertrag von Vorstandschef Martin Winterkorn, wie eigentlich geplant, am Freitag verlängert wird.

stk/AFP



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mhwse 23.09.2015
1. blöde Frage:
wenn man das Filtrieren per Software abgeschaltet hat - wie wäre es, wenn man es jetzt wieder anschalten würde .. und nur für den tatsächlich erfolgten Schadstoffeintrag bezahlen würde? (+ den strafrechltich relevanten Teil abhandelt .. das kann ja in Ruhe passieren ..) Dann wäre Reputation wieder hergestellt - die Gefahr für Luft und Gesundheit gebannt .. gut dauert etwas bei 11 Mio Fahrzeugen - andererseits gibt es wohl einige Werkstätten die das machen könnten?
kleinzschachwitzer 23.09.2015
2.
Mich würde es nicht wundern, wenn der "VW-Skandal" in den USA in der jetzigen politisch brisanten Lage genau in dieser Zeit geplant war … Deutschland erpressbar machen …
borgx 23.09.2015
3. Geht wohl so nicht
Zitat von mhwsewenn man das Filtrieren per Software abgeschaltet hat - wie wäre es, wenn man es jetzt wieder anschalten würde .. und nur für den tatsächlich erfolgten Schadstoffeintrag bezahlen würde? (+ den strafrechltich relevanten Teil abhandelt .. das kann ja in Ruhe passieren ..) Dann wäre Reputation wieder hergestellt - die Gefahr für Luft und Gesundheit gebannt .. gut dauert etwas bei 11 Mio Fahrzeugen - andererseits gibt es wohl einige Werkstätten die das machen könnten?
wenn ich es recht verstehe, wird beim Aktivieren dieses Softwareteils Leistung reduziert, indem unter anderem weniger Diesel zugeführt wird: lässt man das im Fahrbetrieb so, erreicht das Fahrzeug wohl nichtmal ansatzweise die Fahrleistungen, mit denen es verkauft wird (Beschleunigung, Höchstgeschwindigkeit, Drehmoment etc.).
spon_2419712 23.09.2015
4. @mhwse
das Anschaltes des Filters zeigt die verquere Logik. 1) der Verbrauch steigt 2) die Leistung sinkt 3) in etlichen Faellen steigt die absolute Menge der Schadstoffe, ABER ihre Konzentration im Abgas sinkt 1+2 stellen das zusaetzlich Sachmaengel am Fahrzeug dar und konnen ggf. Gewaehrleistungsansprueche bis hin zur Rueckabwicklung des Kaufvertrages zur Folge haben. Das wird dann richtig lustig fuer VW.
K:F 23.09.2015
5. Heuchelei!
Die Pelletsheizung muß mit einem zusätzlichen Filter ab 2020 ausgestattet sein. Wegen Feistaub. Millionen PKW aber verdrecken die Erde! Unsere Politiker tun so, als wäre die Welt untergegangen. Klar sind Diesel- Motoren Drecksschleudern. Die Ist-Verbräuche der PKW sind doch auch manipuliert. Also, so what? Nun kommt der Oberspinner Dobrint und gründet eine Eingreiftruppe. Da sollte er sich den Oberbettler, Herrn Wissmann , dazunehmen. Der ADAC wäre auch gut im Team. Mutti läßt sich auf der nächsten IAA nicht mehr sehen. Rest ist aussitzen. Oder noch besser: Mutti setzt das Ziel: ab 2020 keine PKW mehr in Deutschland.
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