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30. Oktober 2019, 08:42 Uhr

Trotz Gewinnanstieg

Volkswagen dämpft die Absatzerwartungen

VW hat im Sommerquartal deutlich mehr Gewinn gemacht. Doch angesichts der Krise der Autobranche ist der Konzern vorsichtig, was die Gesamtverkäufe für dieses Jahr angeht.

Bevor Volkswagen seine Elektro-Offensive so richtig startet, legt der Konzern noch mal ein kräftiges Gewinnplus hin. Das operative Ergebnis - also der um Zinsen und Steuern bereinigte Gewinn - verbesserte sich in den ersten neun Monaten um fast ein Viertel auf 13,5 Milliarden Euro. Der Umsatz erhöhte sich um rund sieben Prozent auf 186,6 Milliarden Euro, wie der weltgrößte Autokonzern mitteilte.

Im dritten Quartal legte das Ergebnis unterm Strich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von rund 2,7 Milliarden auf knapp 3,8 Milliarden Euro zu.

VW profitierte auch von der Offensive bei teureren SUV-Modellen. Allerdings senkte der Vorstand angesichts der Krise der Autobranche die Absatzerwartungen für das laufende Jahr. Die Auslieferungen an Kunden sollen nun auf dem Niveau des Vorjahres liegen. Bislang hatte der Konzern einen leichten Anstieg erwartet. Der Konzernumsatz soll weiterhin um bis zu fünf Prozent steigen

Die Kosten für Rechtsrisiken im Zusammenhang mit dem Dieselskandal beliefen sich im Geschäftsjahr 2019 bislang auf 1,3 Milliarden Euro. Insgesamt hat die Wiedergutmachung der Dieselmanipulation VW bisher schon mehr als 30 Milliarden Euro gekostet. Der Skandal war vor vier Jahren in den USA aufgeflogen.

VW hat nicht nur mit den Folgen des Dieselbetrugs zu kämpfen. Die Autobranche befindet sich im Abschwung und im Umbruch. VW-Chef Herbert Diess will den Konzern umkrempeln und setzt auf den Erfolg mit reinen Elektroantrieben.

Im laufenden Fünfjahreszyklus bis 2023 steckt VW mehr als 30 Milliarden Euro allein in die Elektrifizierung seiner Modellpalette, weitere 14 Milliarden in Vernetzung und Assistenzsysteme. Mit fast 70 neuen E-Modellen in den nächsten zehn Jahren will Volkswagen auf den eigenen Elektroplattformen 22 Millionen E-Autos bauen. Ob die Kunden die Fahrzeuge auch kaufen, bleibt abzuwarten.

Ein erster Test steht VW im kommenden Jahr bevor, wenn der ID.3 als neues Kompaktmodell die Erfolgsgeschichte von Käfer und Golf im Elektrozeitalter weiterführen soll. 2021 greifen dann endgültig auch die härteren Vorgaben der EU-Kommission zum Ausstoß des klimaschädlichen Abgases Kohlendioxid (CO2). Verkauft VW dann nicht genug Elektroautos in Europa, drohen hohe Milliardenstrafen.

Finanziert werden soll der Umstieg ins Elektrozeitalter aus dem Geschäft mit herkömmlichen Verbrennern - vor allem durch SUV. Bis 2025 soll jedes zweite Fahrzeug von VW ein solcher Stadtgeländewagen sein, an denen VW mehr verdient als an herkömmlichen Pkw. Auch der jüngst in achter Generation präsentierte neue Kompaktwagen Golf soll den Wechsel in die Elektromobilität absichern.

mmq/Reuters/dpa

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