Wohnungsmarkt Vonovia erhöht Gewinnprognose nach gutem Quartal

Der Wohnungskonzern Vonovia hat seinen Gewinn im ersten Quartal deutlich steigern können. Höhere Einnahmen durch Mieten haben daran einen großen Anteil.

Vonovia-Baustelle: Mehr Geld für Neubauten
Bernd Thissen/DPA

Vonovia-Baustelle: Mehr Geld für Neubauten


Steigende Mieten und die Zukäufe im Ausland haben Deutschlands größten Immobilienkonzern Vonovia im Auftaktquartal deutlich mehr Gewinn beschert. Zudem profitierte Vonovia von geringeren Kosten bei der Bewirtschaftung der Wohnungen. In den ersten drei Monaten 2019 erhöhte sich das operative Ergebnis - gemessen an der für die Branche wichtigen Kenngröße Funds from Operations, kurz FFO - im Jahresvergleich um ein Fünftel auf 303,6 Millionen Euro, wie der Dax-Konzern am Dienstag in Bochum mitteilte.

Die Gewinnprognose für das Gesamtjahr hob Vonovia aufgrund der "dynamischen Entwicklung" im deutschen, österreichischen und schwedischen Wohnungsmarkt leicht an. Das Unternehmen peilt nun für 2019 ein operatives Ergebnis in Höhe von 1,17 bis 1,22 Milliarden Euro an. Im Vorjahr hatte es noch 1,132 Milliarden Euro betragen.

Die Mieteinnahmen stiegen im ersten Quartal bei einem weiterhin geringen Leerstand um ein Fünftel auf 505 Millionen Euro. Im Durchschnitt bezahlen Vonovia-Mieter inzwischen 6,56 Euro pro Quadratmeter - sechs Prozent mehr als im Vorjahr. Gleichzeitig stockte der Konzern den Etat für Modernisierung und Neubau um rund 75 Prozent auf 242 Millionen Euro auf. Nach 1100 Wohnungen im vergangenen Jahr sollen 2019 mindestens 2000 Einheiten fertiggestellt werden.

Schon seit Längerem in der Kritik

Mittlerweile gehören Vonovia rund 400.000 Wohnungen. Die Bochumer sind in den vergangenen Jahren vor allem durch Großübernahmen von Rivalen wie Gagfah, Süddeutsche Wohnen (Südewo), Franconia und Wiener Conwert stark gewachsen. 2018 kamen Buwog aus Österreich und Victoria Park aus Schweden hinzu. Speziell in den Metropolen führt die hohe Nachfrage nach bezahlbaren Wohnungen schon seit Jahren zu stark ansteigenden Mieten, und ein Ende der Entwicklung ist nicht in Sicht.

Wegen seiner Modernisierungsumlagen steht Vonovia schon seit Längerem in der Kritik. Konzernchef Rolf Buch kündigte deshalb im Dezember einen Strategieschwenk an. Zukünftig steckt Vonovia deutlich weniger in energetische Modernisierungen deutscher Wohnungen, wie Dämmung oder den Austausch alter Fenster. Stattdessen soll mehr Geld in den Neubau und für die zugekauften Wohnungen in Schweden fließen.

Insgesamt will Vonovia die Investitionen noch einmal deutlich anheben. Im laufenden Jahr sollen bis zu 1,6 Milliarden Euro investiert werden. Damit reagiert Buch auf heftige Proteste von Mietern nach Modernisierungen wegen der teilweise kräftigen Mieterhöhungen. Zudem haben die Koalitionsfraktionen von Union und SPD das Mietrecht zugunsten von Mietern seit Anfang des Jahres verschärft.

mik/dpa-AFX

insgesamt 47 Beiträge
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karlo1952 07.05.2019
1. Also bei einer Durchschnittsmiete
von 6,56 Euro braucht keiner jammern und über Vonovia schimpfen. Denn dann steht rein theoretisch einer 9 Euro oder 12 Euro Top-Miete 4 Euro bzw. 1 Euro gegenüber, um auf diesen Schnitt zu kommen. Diejenigen, die also 10 Euro und mehr bezahlen haben offensichtlich auch den entsprechenden Komfort oder die Lage. Und das ist nun wirklich nicht Vonovia anzulasten.
Marut 07.05.2019
2. Ja ja, die Gewinne
Und da wundert man sich, das der Begriff Enteignung ins Gerede kommt? Shareholder-Gewinne aus Mieteinnahmen. Und diese Konzerne bauen keine neuen Wohnungen, sie kaufen und vermarkten nur bereits bestehenden Wohnungsbestand. Die braucht keiner.
mopsfidel 07.05.2019
3. Eine Aktiengesellschaft welche Wohnungen vermietet..
Gehört eigentlich nicht in das Gesamtbild einer Nation. Ebenso nicht eine AG welche sich um die Pflege von (alten) Menschen kümmern sollte. Gewinnmaximierung und Fürsorge gehen nicht zusammen.
godfader 07.05.2019
4. Der Kapitalismus funktioniert
Vonovia renoviert Wohnraum, modernisiert ihn und stellt in Mietern zur Verfügung. Diese zahlen dafür gerne höhere Mieten (siehe geringer Leerstand). Der Markt funktioniert, Angebot und Nachfrage werden durch den Preis reguliert. Wohnraum wird so auf modernem Niveau gehalten anstatt zu verrotten. Diese Anti-Kapitalismus Artikel scheinen zu suggerieren, dass es der Allgemeinheit besser ginge wenn einige Unternehmen keinen Gewinn erwirtschaften. Ein Trugschluss! Unternehmen, auf Immobilienunternehmen, können Milliardengewinne machen und die Allgemeinheit kann trotzdem oder gerade deshalb einen grösseren volkswirtschaftlichen Nutzen erfahren (z.B. Wohnqualität).
vegefranz 07.05.2019
5. man muß schon ideologisch verblendet oder....
sehr dumm sein, um folgendes nicht zu verstehen: Ein Vermieter muß aus der Vermietung einen Gewinn ziehen, um seine Arbeitnehmer zu bezahlen und um den Wohnungsbestand in Ordnung zu halten. Dieser Haß gegen Vermieter aus einer bestimmten politischen Echokammer ist inzwischen unerträglich.
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