Deutschlands größter Immobilienkonzern Vonovia will Wohnungen im Wert von 13 Milliarden Euro verkaufen

Der Immobilienkonzern Vonovia profitiert von der Übernahme der Deutsche Wohnen: Im ersten Halbjahr steigerte der Konzern seine Profite massiv. Die Mieten erhöht Vonovia trotzdem – und will viele Wohnungen loswerden.
Mietwohnungen von Vonovia in Berlin: 36 Prozent mehr Gewinn

Mietwohnungen von Vonovia in Berlin: 36 Prozent mehr Gewinn

Foto: Sabine Gudath / IMAGO

Deutschlands größter Immobilienkonzern erhöht seine Gewinne: Im ersten Halbjahr 2022 legte der operative Gewinn im Jahresvergleich um 36 Prozent auf 1,06 Milliarden Euro zu. Die Profitsteigerungen sollen vor allem auf die Übernahme der Deutsche Wohnen im vergangenen Jahr zurückzuführen sein. Dazu profitiert das Unternehmen von seinen Neubauten. Der Umsatz kletterte in den ersten sechs Monaten um knapp 35 Prozent auf 3,1 Milliarden Euro.

Die Mieten erhöhte das Unternehmen bis Ende Juni auf 7,44 Euro pro Quadratmeter, zwei Prozent mehr als im Jahr zuvor. Im Juni hatte Unternehmenschef Rolf Buch angekündigt, die Mieten weiter zu erhöhen. Die Inflation gehe nicht spurlos »an den Mieten vorbei«. Die Ankündigung und ihre Begründung hatten für viel Kritik gesorgt, auch, weil der Vonovia-Chef eine Dividende in Rekordhöhe für Aktionäre vorgeschlagen hatte.

Wegen der Energiekrise zeigte sich Unternehmenschef Buch besorgt um die Mieterinnen und Mieter. Viele Menschen seien in großer Sorge, die aufgrund der aktuellen Energiekrise gestiegenen Kosten für das Heizen nicht mehr tragen zu können, sagte Buch bei Vorlage der Quartalszahlen. Vonovia werde gemeinsam mit den Mietern eine Lösung finden, wenn sich jemand seine Wohnung wegen erhöhter Heiz- und Warmwasserkosten nicht mehr leisten könne. Ähnliche Lösungen habe das Unternehmen auch seit Beginn der Coronapandemie gefunden.

Nachts wird die Heizungstemperatur abgesenkt

Um möglichst viel Erdgas in den Beständen einzusparen, habe Vonovia im gesetzlich festgeschriebenen Rahmen eine Nachtabsenkung der Heizungstemperatur bei den Gas-Zentralheizungen beschlossen, teilte das Unternehmen mit. So entlaste der Immobilienkonzern die Mieter bei den absehbar stark steigenden Energiekosten, auch die Umwelt werde geschont. Auf die Mieterinnen und Mieter kommen jedoch erst einmal mehr Kosten zu: Der Konzern plant, die Vorauszahlungen zu erhöhen. Man wolle hohe Nachforderungen am Jahresende vermeiden.

Auch kündigte der Konzern an, in den nächsten Jahren Wohnungen im Wert von rund 13 Milliarden Euro verkaufen zu wollen. Man reagiere damit auf die Zinswende und die steigenden Kapitalkosten. Der Konzern besitzt insgesamt rund 500.000 Wohnungen, die meisten davon in Deutschland.

jlk/dpa
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