Wohnungskonzerne Vonovia und Deutsche Wohnen vereinbaren Fusion

Zweimal hat Vonovia schon versucht, den Rivalen Deutsche Wohnen zu schlucken. Nun nimmt der Immobilienriese einen neuen Anlauf. Wie Deutsche Wohnen nun mitteilte, haben beide Konzerne eine Fusion vereinbart.
Vonovia-Zentrale in Bochum

Vonovia-Zentrale in Bochum

Foto: Marcel Kusch/ dpa

In der deutschen Wohnungsbranche könnte es zu einer Großfusion kommen. Wie der Wohnungskonzern Deutsche Wohnen mitteilte, haben Deutsche Wohnen und Vonovia eine Vereinbarung über einen Zusammenschluss beider Unternehmen unterzeichnet. Sollten die Kartellbehörden zustimmen, entstünde durch den Zusammenschluss Europas größter Konzern für Wohnimmobilien.

Zuvor hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg  über einen erneuten Anlauf von Vonovia berichtet, den Konkurrenten zu übernehmen.

Vonovia werde ein freiwilliges Übernahmeangebot für 52 Euro je Aktie an sämtliche Aktionäre abgeben, hieß es in der Mitteilung, zuzüglich einer Dividende in Höhe von rund einem Euro. Das wären insgesamt mehr als 18 Milliarden Euro. Die Gespräche über die mögliche Übernahme seien bereits fortgeschritten.

»Vorstand und Aufsichtsrat der Deutsche Wohnen unterstützen das Angebot und beabsichtigen, den Aktionär:innen die Annahme zu empfehlen«, hieß es in der Mitteilung.

»Das Marktumfeld ist für Vonovia und Deutsche Wohnen in den vergangenen Jahren immer ähnlicher geworden. Jetzt ist der richtige Moment, die erwiesene Leistungsfähigkeit und Stärken beider Unternehmen zu vereinen. Gemeinsam schaffen wir neue Perspektiven für unsere Mitarbeiter:innen, unsere Mieter:innen und unsere Eigentümer:innen«, sagte der CEO der Deutsche Wohnen, Michael Zahn.

Vonovia steigerte Gewinne trotz Corona deutlich

Vonovia ist der größte deutsche Immobilienkonzern, die Deutsche Wohnen ist die Nummer zwei. Die beiden größten deutschen Vermieter bringen es zusammen auf mehr als eine halbe Million Wohnungen. Die gemeinsame Marktkapitalisierung liegt bei gut 46 Milliarden Euro, wobei Vonovia trotz eines Kursrutsches von 13 Prozent seit Jahresbeginn fast doppelt so viel wert ist wie Deutsche Wohnen, die um 3 Prozent zulegen konnten.

Der erste Übernahmeversuch war 2016 am Widerstand der Aktionäre von Deutsche Wohnen gescheitert. Das Übernahmeziel hatte die Offerte als feindlich bezeichnet und als nicht im besten Interesse seiner Anteilseigner. Zu Beginn des letzten Jahres hatte Vonovia Kreisen zufolge erneut einen Kauf erwogen. Am Ende der Erwägungen habe der Konzern aber entschieden, von dem Vorhaben Abstand zu nehmen, hatte Bloomberg damals berichtet.

Zuletzt hat Vonovia mit einer Gewinnsteigerung während der Coronapandemie Schlagzeilen gemacht. Der Wohnungskonzern hat seinen Gewinn 2020 deutlich gesteigert und sieht sich auch für 2021 auf Wachstumskurs.

asc/hba/dpa/Reuters/dpa-afxp
Mehr lesen über Verwandte Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.