Vorwürfe gegen Waffenfirma Heckler & Koch spricht von Kampagne

Der deutsche Waffenhersteller Heckler & Koch hat Bestechungsvorwürfe zurückgewiesen. Man habe zwar Waffen nach Mexiko geliefert, dort aber nie Schmiergeld gezahlt. Die Firma sieht eine "gezielte Diffamierungskampagne" von Konkurrenten.
Zentrale von Heckler & Koch in Oberndorf: Schwere Vorwürfe

Zentrale von Heckler & Koch in Oberndorf: Schwere Vorwürfe

Foto: dapd

Stuttgart - Schlechte Schlagzeilen sind für die Waffenschmiede Heckler & Koch nichts Neues - doch nun wehrt sich das Unternehmen gegen Vorwürfe. Wegen des Verdachts auf Bestechung hatte die Staatsanwaltschaft Stuttgart am Donnerstag eine Razzia am Firmensitz im schwäbischen Oberndorf durchgeführt. Das Unternehmen wies den Verdacht auf illegale Geschäfte zurück.

Es seien Waffen nach Mexiko geliefert worden, aber keine Bestechungsgelder in das Land geflossen, teilte Heckler & Koch mit. Man kooperiere mit der Staatsanwaltschaft und sei überzeugt, dass sich der Bestechungsvorwurf als unbegründet herausstellen werde.

Die Firma hat ihre eigene Erklärung für die Ermittlungen. Hauptzeuge der Staatsanwaltschaft sei ein ehemaliger Mitarbeiter von Heckler & Koch, der heute für ein Konkurrenzunternehmen in den USA tätig sei, hieß es. Im Unternehmen entstehe der Eindruck, dass "von interessierter Seite" eine "gezielte Diffamierungskampagne" in Gang sei, teilte Heckler & Koch mit.

Die Staatsanwaltschaft hatte erklärt, es bestehe der Verdacht, dass das Unternehmen in Mexiko Amtsträger durch Zuwendungen von Bargeld bestochen habe, um Lieferaufträge für Waffen zu erlangen. Zudem besteht demnach ein Anfangsverdacht, dass in diesem Zusammenhang auch in Deutschland Amtsträger bestochen worden sein könnten.

Die Firma, die für ihre Schnellfeuergewehre bekannt ist, steht auch wegen anderer Geschäfte in der Kritik. Im Sommer ermittelte die Staatsanwaltschaft, weil Truppen des libyschen Ex-Diktators Gaddafi Sturmgewehre der Firma vom Typ G 36 benutzt hatten.

mmq/Reuters
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