Australisches Start-up Vulcan Energy kauft deutsches Geothermiekraftwerk für Lithium-Produktion

Das australische Start-up Vulcan Energy will Lithium aus dem Oberrheintal gewinnen. Dafür hat die deutsche Tochter nun ein Kraftwerk gekauft. Autokonzerne haben Aufträge erteilt und hoffen, dass der Plan gelingt.
VW-Reinraum zur Produktion von Batteriezellen: Lithium ist heiß begehrt

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Foto: Julian Stratenschulte / dpa

Das australische Lithium-Start-up Vulcan Energy treibt seine Pläne für die Gewinnung des für die Batterieherstellung wichtigen Elements in Deutschland voran. Im Oberrheintal kauft die deutsche Tochterfirma von Vulcan ein geothermisches Kraftwerk für rund 31,5 Millionen Euro. Wie das Unternehmen mitteilte, übernimmt es das Kraftwerk von dem regionalen Energieversorger Pfalzwerke. An dem Geothermiekraftwerk Insheim in der Pfalz soll eine erste Pilotanlage zur Gewinnung von Lithiumhydroxid in Testbetrieb genommen werden.

Vulcan arbeitet an der Lieferung von Lithium an Volkswagen und anderen europäischen Autoherstellern wie dem Opel-Mutterkonzern Stellantis. Sie haben bereits Aufträge erteilt, denn Lithium wird bei der Herstellung von Batterien für Elektroautos benötigt. Dabei muss das Unternehmen aus Sicht von Experten jedoch noch beweisen, dass seine Idee für die Lithium-Gewinnung tatsächlich im großen Industriemaßstab finanziell lukrativ genug funktioniert.

Im Oberrheingraben steckt viel Lithium gelöst im Thermalwasser in Tausenden Metern Tiefe. Zur Strom- und Wärmegewinnung wird das Wasser bereits gefördert. Vulcan Energy will den hohen Lithiumgehalt der salzigen Flüssigkeit nutzen, um das Element herauszulösen und nutzbar zu machen. Zugleich soll das geförderte Thermalwasser zur Energieerzeugung genutzt werden und die Lithium-Produktion so CO2-neutral machen. Vulcan Energy plant einen Extraktionsprozess, der weniger Land, Grundwasser und Energie verbraucht als die bestehenden Methoden der Tagebaue und Soleverdunstungsteiche.

Bei Investoren gibt es jedoch auch Skepsis, ob die Idee von Vulcan Energy überhaupt aufgeht. Hohe Investitionen seien notwendig, um daraus ein tragfähiges Geschäft zu machen. Auch Volkswagen band seine langfristige Liefervereinbarung mit dem Unternehmen an die Bedingung, dass die deutsche Vulcan-Tochter die kommerzielle Förderung von Lithium 2026 auch erfolgreich aufnehmen kann.

kig/Reuters