Ermittlungen in den USA VW-Abgasaffäre erreicht Porsche

VW hat die Software zur Manipulation von Abgaswerten laut US-Umweltbehörde in mehr Modellen eingesetzt als bislang bekannt. Demnach sind auch Drei-Liter-Motoren betroffen - und Wagen der Konzerntochter Porsche. Der Autobauer weist die Vorwürfe zurück.
Ermittlungen in den USA: VW-Abgasaffäre erreicht Porsche

Ermittlungen in den USA: VW-Abgasaffäre erreicht Porsche

Foto: Jens Meyer/ AP/dpa

In der Abgasaffäre bei Volkswagen galten die Porsche-Modelle bislang als sauber. Doch jetzt weitet die US-Umweltbehörde EPA ihre Ermittlungen auf die VW-Tochter aus, denn ihren Erkenntnissen zufolge war die Manipulationssoftware auch in Diesel-Modellen von Porsche eingebaut. Es würden nun auch Fahrzeuge der Töchter Porsche und Audi sowie weitere Autos aus Modellreihen der Baujahre 2014 bis 2016 einbezogen, teilte die Behörde am Montag mit.

Damit weitet sich die Affäre aus: Auch Drei-Liter-Motoren sind nach Angaben der Behörde vom Manipulationsskandal betroffen. Volkswagen weist die Vorwürfe der US-Umweltbehörde hingegen zurück: "Die Volkswagen AG betont, dass keine Software bei den Drei-Liter V6-Diesel-Aggregaten installiert wurde, um die Abgaswerte in unzulässiger Weise zu verändern", sagte ein Konzern-Sprecher in Wolfsburg auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa. Volkswagen wolle vollumfänglich mit der EPA kooperieren, um den Sachverhalt aufzuklären.

Nach Angaben der US-Behörde wurden aber in bestimmten Diesel-Modellen der Marken VW, Audi und Porsche der Modelljahrgänge 2014 bis 2016 Drei-Liter-Dieselmotoren verbaut, die die erlaubten EPA-Grenzwerte bis zu neunmal übertreffen. Im Einzelnen handele es sich um Fahrzeuge der Typen VW Touareg (2014), Porsche Cayenne (2015) sowie die Audi-Modelle A6 Quattro, A7 Quattro, A8, A8L und Q5 (2016).

Die neuerliche Rüge der EPA betreffe ungefähr 10.000 Dieselfahrzeuge, die seit dem Modelljahr 2014 in den USA verkauft worden seien, hieß es. Zusätzlich sei eine bislang unbekannte Zahl aus dem Modelljahrgang 2016 betroffen. Volkswagen sei abermals damit gescheitert, seine Pflicht zur Erfüllung der gesetzlichen Vorgaben in den USA einzuhalten, sagte EPA-Expertin Cynthia Giles der Mitteilung zufolge.

Volkswagen hatte eingeräumt, Abgaswerte von Dieselfahrzeugen durch eine Software manipuliert zu haben. Betroffen seien 1,2-, 1,6- und Zwei-Liter-Motoren, hieß es damals. Porsche hatte erklärt, man verbaue die betroffenen Motoren nicht und sei in den Diesel-Skandal nicht verwickelt.

Bei Tests auf dem Prüfstand führte das Programm zu einem niedrigeren Schadstoffausstoß als im Normalbetrieb. Bislang hieß es, die Software sei weltweit in bis zu elf Millionen Autos eingebaut. In Deutschland sind nach bisherigem Stand 2,4 Millionen Autos betroffen.

brk/dpa/Reuters
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