VW-Abgasaffäre US-Richter stimmt Milliardenvergleich vorerst zu

Ein US-Gericht hat den Vergleich zwischen VW und Klägern in den USA über knapp 15 Milliarden Dollar vorerst genehmigt. Doch vorbei ist das Nachspiel des Dieselskandals damit nicht.

Volkswagen-Händler in Boston
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Volkswagen-Händler in Boston


Volkswagen hat im Rechtsstreit um manipulierte Abgaswerte vorerst grünes Licht für einen Milliardenvergleich mit US-Klägern bekommen. Richter Charles Breyer, bei dem Hunderte US-Zivilklagen gebündelt sind, gab seine vorläufige Zustimmung zu dem geplanten Kompromiss. Es handele sich um eine faire und angemessene Lösung, befand Breyer bei einer Gerichtsanhörung in San Francisco.

Der Wolfsburger Autobauer hatte sich mit Kunden und US-Behörden auf einen Vergleich über bis zu 14,7 Milliarden Dollar (13,4 Milliarden Euro) geeinigt. Mit der Zahlung sollen die Zivilklagen in den USA beigelegt werden, ohne dass es zum Prozess kommt. Richter Breyer zeigte sich zufrieden nach der fast zweistündigen Anhörung, bei der die Parteien die geplante Einigung im Detail erläutern mussten. Es seien "enorme Anstrengungen" unternommen worden, um eine Lösung zu finden.

VW erklärt sich bereit, geschädigten Kunden als Wiedergutmachung zwischen 5100 und bis zu knapp 10.000 Dollar pro Fahrzeug zu zahlen - je nach Modelltyp und Baujahr. Zudem muss der Konzern Rückkauf oder Umrüstung der Dieselwagen in einen gesetzeskonformen Zustand anbieten. Insgesamt will VW gut zehn Milliarden Dollar für Entschädigungen aufwenden. Weitere 4,7 Milliarden Dollar werden für einen Umweltfonds und die Förderung emissionsfreier Autos fällig.

Volkswagen wisse "das konstruktive Bemühen aller Parteien unter der Leitung von Richter Breyer" sehr zu schätzen, teilte der Konzern mit. Man sei davon überzeugt, dass das angestrebte Vergleichsprogramm eine faire, verantwortungsbewusste und angemessene Lösung für die betroffenen Kunden darstelle.

Bei 85.000 Fahrzeugen steht eine Einigung noch aus

Bis Entschädigungszahlungen fließen, wird es allerdings noch etwas dauern. Zunächst haben die Kunden 45 Tage Zeit, um zu entscheiden, ob sie das Vergleichsangebot annehmen. Eine Anhörung, in der über die finale Zustimmung des Gerichts befunden wird, setzte Breyer für den 18. Oktober an. Der Kompromiss umfasst zunächst etwa 480.000 vom Abgas-Skandal betroffene Dieselwagen des VW-Konzerns mit 2,0-Litermotoren.

Bei rund 85.000 Fahrzeugen mit größeren Motoren steht eine Einigung noch aus. Beim nächsten Gerichtstermin am 25. August erwartet Richter Breyer mehr Details zur Frage, ob und wie die größeren Dieselwagen mit illegalen Programmen zur Abgaskontrolle umgerüstet werden können. VW-Anwalt Robert Giuffra zeigte sich zuversichtlich, dass bis dahin eine Lösung gefunden wird.

Die juristischen Probleme der Wolfsburger sind mit dem Vergleichnicht vom Tisch: In den USA laufen auch strafrechtliche Ermittlungen. Parallel wird der Konzern in Deutschland und anderen Ländern wegen der Manipulation der Abgaswerte mit Klagen überzogen.

asa/dpa/AP



insgesamt 27 Beiträge
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Rubyconacer 26.07.2016
1. Ohjeh
Und Opel (GM) kommt, wie Renault, Smart, Mazda, Mitsubishi und FIAT sauber davon. Ich bin sprachlos.
bronco60 26.07.2016
2. Rubyconacer
Ich bin Sprachlos über soviel Unwissenheit. Ihre genannten Hersteller sind auf dem US-Markt teilweise aktiv und bieten Dieselmotoren an? Oh Mann. Macht Volkswagen dicht und fertig. Betrüger sollte man nicht unterstützen.
hansriedl 26.07.2016
3. Aufstieg u. Fall eines Großkonzernes
Ich bin nicht sprachlos. Wenn man Raffgierige Manager, denen nur das eigene, prall gefüllte Konto wichtig, ist die Leitung eines Weltkonzernes überlasst, muss man sich nicht wundern, das derartige Machenschaften an der Tagesordnung sind. Wie immer sind die leitragenden die Mitarbeiter, aber wem stört das?
flitzblitz 26.07.2016
4. @1
opel und die anderen haben sich halt cleverer angestellt...zumal opel in den usa auch nicht verkauft wird...
Menschundrecht 26.07.2016
5. Muttis Lieblinge
Das hat die Firma VW jetzt von dem Versuch (http://www.spiegel.de/forum/wirtschaft/konzerne-der-krise-risse-im-deutschen-monument-thread-397461-2.html#postbit_38603895), statt Autos Politik (http://www.spiegel.de/forum/kultur/all-die-schoenen-maennerbuende-hut-ab-vw-thread-359682-22.html#postbit_35203519) zu machen.
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