Abgasaffäre Erster deutscher Aktionär verklagt VW auf Schadensersatz

VW-Aktien haben durch den Abgasskandal massiv an Wert verloren. Jetzt hat der erste deutsche Anleger das Unternehmen verklagt: Er fordert 20.000 Euro Schadensersatz. Seinem Anwalt zufolge ist das bloß der Anfang.
VW-Logo: Die erste Klage eines Aktionärs

VW-Logo: Die erste Klage eines Aktionärs

Foto: David Zalubowski/ ASSOCIATED PRESS

Volkswagen muss sich auf die erste Klage durch einen deutschen Anleger einstellen: Wie der Tübinger Anwalt Andreas Tilp der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" sagte, fordert sein Mandant 20.000 Euro Schadensersatz von dem Autokonzern. Nachdem VW   die Manipulation von Abgaswerten zugegeben habe, sei der Aktienkurs um mehr als 60 Euro eingebrochen.

"Der Volkswagenkonzern hat unsere gesetzte Frist zur außergerichtlichen Einigung reaktionslos verstreichen lassen. Daher ist die Erhebung der Klage geboten, um VW aufzuzeigen, dass es unserem Mandanten ernst ist", sagte Tilp.

Seinen Angaben zufolge könnten noch weitere Klagen dieser Art auf VW zukommen, heißt es in dem Zeitungsbericht . Es gehe um Aktionäre, die zwischen dem 6. Juni 2008 und dem 17. September 2015 VW-Aktien gekauft hätten. Dieser Zeitraum ergebe sich aus dem ersten Antrag auf Zulassung eines manipulierten Jetta-Modells in den USA und dem Zeitpunkt, an dem der Skandal öffentlich wurde.

VW hatte zugegeben, Abgaswerte in den USA mit einer verbotenen Software manipuliert zu haben. Dem Konzern drohen nun milliardenschwere Strafzahlungen. Weltweit sollen bis zu elf Millionen Fahrzeuge mit dieser Software ausgestattet sein.

Die Klage aus Deutschland soll offenbar nur der Auftakt zu einem großen Verfahren sein, in dem es um Hunderte Millionen Euro gehen könnte. Das berichtet auch die "Süddeutsche Zeitung ". Demnach strebt Tilp einen Musterprozess an, für den er noch zahlreiche Aktionäre hinter sich versammeln will. Den Angaben des Anwalts zufolge vertritt seine Kanzlei bereits jetzt genügend Klein- und Großaktionäre von VW, um einen solchen Musterprozess vor dem Oberlandesgericht Braunschweig in Gang zu bringen.

amt/dpa