VW-Abgasskandal Neue Vorwürfe gegen Audi-Chef Stadler

Die Kritik an Audi-Chef Rupert Stadler in der Abgasaffäre reißt nicht ab: Die Anwälte der US-Kanzlei Jones Day werfen ihm nach SPIEGEL-Informationen vor, Unterlagen zurückgehalten zu haben.

Audi-Chef Rupert Stadler
DPA

Audi-Chef Rupert Stadler


Audi-Chef Rupert Stadler gab sich optimistisch, nachdem er am vergangenen Mittwoch von den Anwälten der Kanzlei Jones Day befragt worden war. Aus seiner Sicht sei nichts Besonderes herausgekommen. Tatsächlich gab es aber, wie Konzerninsider berichten, neue Vorhaltungen gegen Rupert Stadler. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

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Bei ihrer Befragung zum Dieselskandal hielten die vom Mutterkonzern VW beauftragten Anwälte der Kanzlei Jones Day Stadler nach SPIEGEL-Informationen einen Auftritt in den USA vor. Zentraler Punkt sei gewesen, dass der Audi-Chef bei einer Präsentation zum Dieselskandal in den USA Unterlagen zurückgehalten habe.

Die US-Behörden sind ohnehin verärgert über Stadler. Nachdem sie im Herbst vergangenen Jahres veröffentlicht hatten, dass auch bei Modellen mit den von Audi entwickelten 3-Liter-Dieselmotoren eine verbotene Software enthalten sei, hatte Stadler dies dementieren lassen. Später musste Audi den Einbau der Software dann doch noch eingestehen. Aufsichtsräte des Volkswagen-Konzerns verständigten sich dennoch darauf, dass Stadler weiter auf seinem Posten als Vorstandsvorsitzender von Audi bleiben soll.

Ihre kritische Einstellung gegenüber dem Audi-Chef demonstrieren die US-Behörden auch dadurch, dass sie einen Rückruf der betroffenen 85.000 Fahrzeuge bislang nicht genehmigt haben. Der Vorschlag von Audi sei unzureichend, hatten sie geurteilt. Wenn Audi die Fahrzeuge von den Kunden zurückkaufen muss, könnte dies das Unternehmen zwischen zwei und drei Milliarden Euro kosten.

Video: Viel Spott, wenig Ehr' für VW

Volkswagen

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insgesamt 41 Beiträge
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joG 23.09.2016
1. Es ist in einem Unternehmen...
....unvorstellbar, dass ein Betrug dieser Größenordnung von einem der Leitenden des Konzerns nicht wahrgenommen wurde. Lediglich der Grad der aktiven Teilnahme kann in Frage stehen. Kein einziger dieser Gruppe sollte weiterhin eine leitende Funktion halten. Es geht hier nicht um Strafrecht sondern um Vertrauen. Und zu dieser Gruppe kann man keines haben.
johannesraabe 23.09.2016
2.
Eigentlich wäre TTIP ja gar nicht mal so schlecht, dann hätten deutsche Bürger endlich gleiche Rechte in diesem Wirtschaftsskandal und könnten gegen die Konzerne wirklich vorgehen.
hbblum 23.09.2016
3. Mal ehrlich.....
.... es nervt. Last uns doch mal über die Vorstände von Ford, Renault, Fiat oder Opel sprechen. Klar ist, das es eben nicht NUR eine VW Affäre ist, sondern dass es sich um eine Diesel Affäre handelt. Schön wäre, wenn hier beim, unstrittig wichtigen, aufklären auch mal bei den o.g. Unternehmen auch so intensiv berichtet wird. Die Messdaten liegen ja nun mal vor, also hier mal ran.
bstendig 23.09.2016
4. Träum weiter,
Zitat von johannesraabeEigentlich wäre TTIP ja gar nicht mal so schlecht, dann hätten deutsche Bürger endlich gleiche Rechte in diesem Wirtschaftsskandal und könnten gegen die Konzerne wirklich vorgehen.
Charlie Brown. Ich glaube nicht, dass das in TTIP so vorgesehen ist. Es geht um die Wirtschaft, nicht die Verbraucher.
bernhard29 23.09.2016
5. hbblum hat das VW System nicht verstanden
Ich will ihm das mal kurz erklären. VW hat eine Betrugssoftware eingesetzt und die nachträglich noch mehrmals betrügerisch nachkorregiert. Man hat diese besagten Dieselautos als besonders sauber beworben um überhaupt auf den amerikanischen Markt zu kommen. Man hat vor allem in Deutschland Steuerersparnisse bei der Zulassung geltend gemacht damit den Staat und alle ehrlichen Steuerzahler beschissen. Nun betrügt man den deutschen Dieselfahrer wieder indem man ihm die 5000 Dollar vorenthält die die Amis pro VW Stinker bekommen. Und Sie stellen nun VW mit allen anderen Dieselhersteller auf eine Stufe. Bitte nicht soviel Bildzeitung lesen.
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