Abgasaffäre Verurteilter VW-Ingenieur legt Einspruch gegen Urteil ein

James Liang hat den VW-Dieselbetrug mit zu verantworten und ist in den USA zu einer Freiheitsstrafe verurteilt worden. Nun legt der Ex-Manager Einspruch gegen das Urteil ein.

James Liang
AP/Detroit News

James Liang


Der wegen seiner Rolle im Abgasskandal von einem US-Richter verurteilte VW-Ingenieur James Liang will seine harte Strafe anfechten. Der langjährige Volkswagen-Mitarbeiter legte am Donnerstag über seinen Anwalt Einspruch ein, wie aus Gerichtsunterlagen hervorgeht. Der Dieselexperte war vor rund zwei Wochen wegen Beteiligung an einer Verschwörung zum Betrug und Verstoß gegen Umweltgesetze zu einer Haftstrafe von drei Jahren und vier Monaten sowie einer Geldstrafe von 200.000 Dollar verurteilt worden.

Dem 63-jährige Deutschen wurde zur Last gelegt, die USA über den Einbau einer illegalen Software zur Manipulation von Abgaswerten in Dieselwagen getäuscht zu haben. Der zuständige Richter Sean Cox war mit dem Urteil deutlich über die Forderungen der Staatsanwaltschaft hinausgegangen.

Details zum Einspruch blieben zunächst unklar, Liangs Anwalt war nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Fest steht, dass die Rechtsmittel begrenzt sind, da Liang sich bei einem Deal mit den Strafverfolgern schuldig bekannt hatte.

Lesen Sie hier ein Porträt des VW-Managers.

hej/dpa



insgesamt 21 Beiträge
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Pless1 08.09.2017
1. Seltsamer Deal
Man macht einen Deal, aber das Strafmaß wird dabei nicht abgesprochen? Finde ich seltsam. Das ist jedenfalls nicht der Weg der dazu führt, dass sich Menschen den Behörden anvertrauen: pack mal aus und dann schauen wir mal. Mal wieder werden die kleinen Fische "gehenkt", während die Vorstände sich auf ihren Millionenboni ausruhen und sich allenfalls grämen, nicht mehr in Florida überwintern zu können.
usa911 08.09.2017
2. Er bekommt ne Haftstrafe,
aber von GM ist damals keiner Verurteilt worden, obwohl das Managment Jahre lang davon wusste das die Zündschlösser defekt sind und haben denn Tod mehrerer menschen zu verantworten, wegen ihm ist noch keiner gestorben...
bwk 08.09.2017
3. Der Deal
Der VW-Ingenieur hat geholfen eine Betrugssoftware zu entwickeln und damit Kunden getäuscht. Deshalb wurde er verurteilt, wahrscheinlich nach Recht und Gesetz. Wann greift die amerikanische Justiz endlich gegen die zahlreichen Menschenrechtsverletzungen der USA im In- und Ausland durch?
Freidenker10 08.09.2017
4.
Das einzig gute ist, dass so schnell keiner mehr aus der Volkswagenriege in den USA Urlaubt! Das scheint aber die einzige Strafe für die Vorstände in Deutschland zu sein. Schon geil was man hierzulande so alles ungestraft machen kann...
Freidenker10 08.09.2017
5.
Zitat von usa911aber von GM ist damals keiner Verurteilt worden, obwohl das Managment Jahre lang davon wusste das die Zündschlösser defekt sind und haben denn Tod mehrerer menschen zu verantworten, wegen ihm ist noch keiner gestorben...
Echt jetzt? Dann Leben Sie vermutlich in keiner deutschen Großstadt, denn da türmen sich die Lungenkranken aufgrund von Abgasen die auf dem Papier deutlich niedriger ausfallen müssten. Schon absurd ausgerechnet den Abgasbetrug zu verharmlosen...
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