Nach Produktionsstopp VW beendet Streit mit Zulieferern

Der Machtkampf zwischen Volkswagen und zwei Zulieferern ist beendet. Die Firmen haben sich nach Angaben von VW geeinigt. In den VW-Werken soll die Produktion rasch wieder starten.
Volkswagen-Logo in Hannover

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Foto: Julian Stratenschulte/ dpa

19 Stunden haben VW und die Zulieferer Car Trim und ES Automobilguss verhandelt - jetzt haben sie ihren Streit offenbar beigelegt. Nach Angaben eines Volkswagen-Sprechers haben sich beide Parteien geeinigt. Laut "Hannoverscher Allgemeiner Zeitung"  haben die Firmen eine neue langfristige Partnerschaft beschlossen.

Die Lieferung ausstehender Autoteile soll so rasch wie möglich wieder aufgenommen werden, sagte der VW-Sprecher. Weitere Details dazu wurden zunächst nicht bekannt. Über die Inhalte der Einigung sei Stillschweigen vereinbart worden, teilte VW mit. Die Aktie des Autobauers stieg dennoch deutlich an.

Niedersachsens Ministerpräsident und Volkswagen-Aufsichtsratsmitglied Stephan Weil (SPD) begrüßte den Durchbruch. "Ich freue mich vor allem für die Beschäftigten, die nun rasch wieder an ihre Arbeitsplätze zurückkehren können. Sie sind in den letzten Tagen Opfer eines Konfliktes geworden, der ohne Not auf ihrem Rücken ausgetragen worden ist", teilte er mit.

"Großkonflikt mit beträchtlichen Schäden eröffnet"

Zugleich kritisierte Weil die Zulieferer aus Sachsen. "Es bleibt bei mir ein Unbehagen über das Vorgehen der Prevent Group, die nicht bereit war, den in unserem Rechtsstaat vorgesehenen Weg einer Klärung vor den Gerichten zu gehen. Sie hat stattdessen einen Großkonflikt mit beträchtlichen Schäden eröffnet", sagte Weil.

ES Automobilguss und Car Trim, die zur Unternehmensgruppe Prevent gehören, hatten den Autobauer nicht mehr mit Getriebeteilen und Sitzbezügen beliefert. Bei VW stehen deswegen viele Bänder still, bislang sind fast 28.000 Mitarbeiter betroffen. Allen voran ruht die Golf-Produktion im Stammwerk Wolfsburg.

Zwischen den beiden Firmen und VW tobte ein Streit um die Kündigung von Aufträgen. Die genauen Hintergründe sind unklar.

Zuletzt hatte sich die Politik in den Streit eingemischt. Die Bundesregierung mahnte eine rasche Lösung an. Der arbeitsmarktpolitische Sprecher der CDU warf VW vor, das sogenannte Kurzarbeitergeld bei seiner Machtprobe mit den zwei Zuliefertöchtern für seine Zwecke zu missbrauchen.

Kurzarbeitergeld wird oft bei konjunkturellen Krisen eingesetzt. Es soll Unternehmen erleichtern, in mageren Zeiten die Arbeitszeit ihrer Belegschaft zu reduzieren. VW hatte wegen seines Streits mit den Zulieferern bereits für 7500 Beschäftigte im Werk Emden konjunkturelles Kurzarbeitergeld beantragt.

ssu/dpa-AFX/Reuters
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