Logo und PR-Strategie VW geht mit neuem Markenauftritt in die Elektrooffensive

VW will Weltmarktführer in der Elektromobilität werden. Dazu hat die Automarke ihren Auftritt komplett überarbeitet. Zugpferd soll der neue ID.3 werden.

Das Elektroauto ID.3 mit altem Logo
DPA

Das Elektroauto ID.3 mit altem Logo


Die Automarke VW ändert ihren kompletten Markenauftritt. Neben einem neuen Logo werden auch Bildsprache, Schrift und Ton geändert. Alles solle jünger, moderner und dynamischer werden, kündigte VW-Vertriebsvorstand Jürgen Stackmann in Wolfsburg an.

Den neuen Auftritt will die Volkswagen-Kernmarke zusammen mit dem neuen Elektroauto ID.3 in drei Wochen auf der Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt am Main präsentieren. Das neue Logo wird erstmals seit 2012 angepasst: Ohne den bisherigen 3D-Effekt, dafür mit einem unten nicht angebunden "W" soll es leichter wirken.

Die Marke habe in den vergangenen Jahren in quasi allen Unternehmensbereichen "mutige Entscheidungen getroffen und umgesetzt", sagte Stackmann weiter. "Das umfassende Re-Branding ist die logische Konsequenz dieser strategischen Neuausrichtung."

Volkswagen durchlaufe tatsächlich den "massivsten Wandel seiner Geschichte". VW-Markenchef Ralf Brandstätter sagte: "Damit wollen wir uns die Anerkennung der Gesellschaft wieder verdienen."

VW will Weltmarktführer werden

Das neue Elektroauto ID.3 sei das "Schlüsselprodukt", die IAA der passende "Schlüsselmoment", sagte Brandstätter weiter. VW stellt das Elektroauto auf einer neu entwickelten Fahrzeugplattform auf der Messe der großen Öffentlichkeit vor. Ende 2020 soll in Nordamerika ein ID-Modell "maßgeschneidert" für den dortigen Markt kommen. Insgesamt plant VW mehr als 20 Modelle auf der neuen Plattform.

VW will in den kommenden Jahren Weltmarktführer in der Elektromobilität werden. Ziel ist die Marke von einer Million verkaufter E-Fahrzeuge pro Jahr bis 2025.

Im September 2015 hatte Volkswagen nach Ermittlungen von US-Behörden eingeräumt, weltweit in rund elf Millionen Dieselfahrzeugen eine illegale Software eingesetzt zu haben. In Deutschland waren fast drei Millionen Autos betroffen. Die Software drückte den Schadstoffausstoß bei Emissionstests, damit dieser niedriger erschien, nicht aber im Straßenverkehr.

Bei der Aufarbeitung des Dieselskandals beginnt am 30. September vor dem Oberlandesgericht Braunschweig der Musterfeststellungsprozess gegen den Konzern. Mehr als 430.000 VW-Kunden haben sich der Musterfeststellungsklage angeschlossen.

brt/AFP

insgesamt 9 Beiträge
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ulijoergens 22.08.2019
1. Andere verkaufen was VW blumig ankündigt
Das liest sich alles toll, wenn man nicht weiß, dass andere Hersteller solche Fahrzeuge bereits auf der Straße haben. Den Hyundai Kona sieht man hier häufiger auf der Straße. Ich habe einen Passat Diesel. Es ist ausgeschlossen, dass der durch den neuen Passat ersetzt wird. Es könnte durchaus ein Kona oder ähnliches werden. Der hat heute schon eine Reichweite die VW erst verspricht. Wenn der ID.3 denn mal endlich erhältlich ist, wird es aus Fernost sicher interessante Modelle geben, die bereits mehrere Jahre auf der Straße erprobt und entsprechend verbessert wurden. Es ist also unwahrscheinlich, dass ich meinen Passat gegen einen Volkswagen oder ein anderes Fahrzeug aus deutscher Entwicklung eintauschen werde.
neutron76 22.08.2019
2. Das Empire schlägt zurück...
VW durchläuft einen Wandel wie zuletzt Anfang der 70er Jahre, als auch wechselnde Vorstände teils fertig entwickelte Autos in die Tonne getreten haben. Den Leuten, die lästern, sollten sich vor Augen führen wie hoch und stabil die Verkaufszahlen von Volkswagen sind.
wo_st 22.08.2019
3. Und wo bleibt die Benutzerfreundlichkeit beim Laden der Autos?
Die deutschen PKW-Hersteller schaffen es nicht Mal, die Ladestationen für jeden benutzbar zu machen. An allen Ladestationen fehlt ein einheitliches Zahlsystem über EC Karte oder Kreditkarte.
dirkcoe 22.08.2019
4. Viel Glück VW
Ich bin nicht sicher, ob es mit dem großen Plan tatsächlich klappt. Der Ruf des Konzerns ist desaströs, die Konkurrenz meilenweit enteilt. Ob daran nun ein neues Emblem etwas ändert? VW muss es jetzt gelingen, Autos - trotz fehlender Erfahrung bei EAutos - auf die Straße zu bringen, die technisch überzeugen und preislich im Rahmen bleiben. Dabei hat der Konzern genau einen Versuch. Geht der schief, dann wird es eng für den Konzern.
Stefan Marx 23.08.2019
5.
Zitat von wo_stDie deutschen PKW-Hersteller schaffen es nicht Mal, die Ladestationen für jeden benutzbar zu machen. An allen Ladestationen fehlt ein einheitliches Zahlsystem über EC Karte oder Kreditkarte.
Was haben die deutschen Hersteller damit zu tun? Oder kann ein Hyundai KOna auch am Supercharger von Tesla tanken?
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