VW-Konzern Bram Schot wird Audi-Chef

Bisher hat er Rupert Stadler nur vertreten, jetzt bekommt Bram Schot einen regulären Vertrag als Audi-Chef. Der Niederländer gilt allerdings nur als zweite Wahl.

Neuer Audi-Chef Bram Schot
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Neuer Audi-Chef Bram Schot


Der Niederländer Bram Schot tritt dauerhaft in die Fußstapfen des in der Dieselaffäre ausgeschiedenen Audi-Chefs Rupert Stadler. Der Aufsichtsrat der VW-Tochter berief den 57-Jährigen am Mittwoch ab dem 1. Januar 2019 zum Vorstandsvorsitzenden. Schot wird zugleich die Aufgaben von Stadler im Volkswagen-Konzern in Wolfsburg übernehmen. Bei Audi führt Schot sein bisheriges Vorstandsressort für Vertrieb und Marketing kommissarisch weiter.

"Bram Schot übernimmt als Vorstandsvorsitzender von Audi eine wichtige Aufgabe im Konzern", erklärte Volkswagen-Chef Herbert Diess, der zugleich den Aufsichtsrat von Audi leitet. Schot werde mit seiner langjährigen Erfahrung den Premium-Anspruch von Audi unter Beweis stellen und die Marke mit dem Anspruch 'Vorsprung durch Technik' erfolgreich in die Zukunft führen. Die Marke mit den vier Ringen kämpft mit den Nachwehen des Dieselskandals ebenso wie mit hausgemachten Problemen, die den einst erfolgsverwöhnten Hersteller hinter die Konkurrenten Daimler und BMW haben zurückfallen lassen.

Endlose Hängepartie

Ursprünglich hatte der Audi-Aufsichtsrat Schot bereits Ende November aufs Schild heben wollen, vertagte die Entscheidung einen Insider zufolge aber wegen einiger Formalitäten. Schot war im Juni kommissarisch an die Audi-Spitze gerückt, kurz nachdem Stadler wegen Betrugsverdachts in der Dieselaffäre in Haft genommen worden war. Ende Oktober kam Stadler nach vier Monaten gegen Kaution aus der Untersuchungshaft frei.

Eigentlich sollte Schot nach einer Übergangszeit den Stuhl für Markus Duesmann freimachen, der von BMW kommt und als Wunschkandidat für die Audi-Spitze galt. Doch geben die Münchner ihren ehemaligen Einkaufsvorstand nicht frei. Volkswagen hatte Duesmann im Sommer in den Konzernvorstand berufen, muss aber warten, bis dieser zur Verfügung steht. Dem Ingenieur wird zugetraut, die Entwicklung von sauberen Dieselmotoren voranzutreiben - und Audis Altlasten im Abgasbetrug zu beseitigen. Wann - und ob überhaupt - das sein wird, steht aber in den Sternen, da BMW auf die Einhaltung seines bis 2019 laufenden Vertrages pocht. Danach wirkt eine einjährige Konkurrenzklausel. Sollten sich die Niedersachsen nicht noch mit den Bayern einigen, wäre Duesmann also bis 2020 gebunden. Insidern zufolge will BMW die Frist voll ausschöpfen. Womöglich muss Volkswagen dann eine andere Verwendung für den 49-Jährigen suchen.

Um Schot nicht länger im Übergangsmodus zu halten, erhielt er nun einen regulären Vertrag als Vorstandschef. Die Vertragsdauer nannten die Ingolstädter nicht. Üblicherweise erhalten Vorstandsmitglieder dreijährige Verträge.

mik/Reuters



insgesamt 2 Beiträge
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dirkcoe 12.12.2018
1. Audi ist nur noch zweite Wahl
also ist klar, dass für diese Marke keine echten Top Leute mehr zu bekommen sind. Der Türschaden der Marke ist inzwischen so groß, dass viele Konzerne und Unternehmen Audi von der Liste der möglichen Dienstwagen gestrichen haben. So ein Auto zu fahren gilt als peinlich und nicht mehr zumutbar. Es wird viele Jahre brauchen um den Ruf wieder aufzubauen - falls es dann Audi überhaupt noch gibt.
lissym. 13.12.2018
2.
Innerhalb der AUDI-Belegschaft ist Bram Schot sicherlich nicht die zweite Wahl, im Gegenteil; seit er kommissarisch an der Spitze ist geht die Stimmung wieder bergauf, es tut sich was. Bram Schot ist ein toller Kerl, hoffentlich bekommt er genug Zeit um AUDI wieder auf Erfolgskurs zu bringen.
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