Nach Eklat 2016 VW-Chef Müller bleibt Automesse in Detroit fern

VW-Chef Matthias Müller wird sich in diesem Jahr nicht auf der Automesse in Detroit sehen lassen. Beim letzten Mal hatte er mit einem peinlichen Radiointerview für Schlagzeilen gesorgt.
VW-Chef Müller

VW-Chef Müller

Foto: Philipp von Ditfurth/ picture alliance / Philipp von D

Der VW-Konzernvorstand reist nicht zu der am Sonntag beginnenden Automesse in Detroit. "Es wird kein eigenes Veranstaltungsformat des Volkswagen-Konzerns geben, und der Konzernvorstand wird vor diesem Hintergrund nicht an der Messe teilnehmen", teilte ein VW-Sprecher mit.

Die Entscheidung habe VW nach einer kritischen Prüfung von Kosten und Nutzen einer Teilnahme getroffen. In Detroit ist Volkswagen dieses Jahr nur noch mit den beiden Konzernmarken VW Pkw und Audi vertreten.

Im vergangenen Jahr hatte Konzernchef Matthias Müller auf der Messe mit unglücklichen Äußerungen zum Diesel-Abgasskandal für einen Eklat gesorgt. Er hatte dem Radiosender NPR in einem Interview gesagt, VW habe die Behörden nicht angelogen, sondern nur deren Fragen zunächst nicht verstanden.

In der Wiederholung einer Passage des Interviews am Folgetag relativierte Müller die Äußerung und sagte: "Wir akzeptieren den Verstoß (gegen das Gesetz) vollkommen."

VW hatte im September 2015 zugegeben, bei weltweit rund elf Millionen Autos die Abgasreinigung mit einer Software so zu steuern, dass die Grenzwerte für gesundheitsschädliche Stickoxide auf dem Prüfstand eingehalten wurden, nicht aber auf der Straße.

Nach dem Dieselskandal kämpft Volkswagen mit immer neuen Negativnachrichten. Spekulationen auf höhere Kosten zur Bewältigung des Skandals um manipulierte Abgaswerte setzten Volkswagens Aktienkurs am Mittwoch zu. Die Papiere des Autokonzerns waren lange Zeit das Schlusslicht im Dax.

Zuvor hatte die Anwaltskanzlei Dr. Stoll & Sauer mitgeteilt, das Landgericht Regensburg habe einen VW-Händler dazu verdonnert, den mit einer Manipulationssoftware ausgestatteten Wagen eines Kunden durch ein Neufahrzeug aus aktueller Produktion zu ersetzen. Das Urteil sei allerdings nicht rechtskräftig. Volkswagen hatte angekündigt, gegen derartige Entscheidungen in Berufung zu gehen.

Sollte das Urteil rechtskräftig werden, drohen dem deutschen Konzern neue Milliardenkosten.

ssu/Reuters
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