Nach Eklat 2016 VW-Chef Müller bleibt Automesse in Detroit fern

VW-Chef Matthias Müller wird sich in diesem Jahr nicht auf der Automesse in Detroit sehen lassen. Beim letzten Mal hatte er mit einem peinlichen Radiointerview für Schlagzeilen gesorgt.

VW-Chef Müller
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VW-Chef Müller


Der VW-Konzernvorstand reist nicht zu der am Sonntag beginnenden Automesse in Detroit. "Es wird kein eigenes Veranstaltungsformat des Volkswagen-Konzerns geben, und der Konzernvorstand wird vor diesem Hintergrund nicht an der Messe teilnehmen", teilte ein VW-Sprecher mit.

Die Entscheidung habe VW nach einer kritischen Prüfung von Kosten und Nutzen einer Teilnahme getroffen. In Detroit ist Volkswagen dieses Jahr nur noch mit den beiden Konzernmarken VW Pkw und Audi vertreten.

Im vergangenen Jahr hatte Konzernchef Matthias Müller auf der Messe mit unglücklichen Äußerungen zum Diesel-Abgasskandal für einen Eklat gesorgt. Er hatte dem Radiosender NPR in einem Interview gesagt, VW habe die Behörden nicht angelogen, sondern nur deren Fragen zunächst nicht verstanden.

In der Wiederholung einer Passage des Interviews am Folgetag relativierte Müller die Äußerung und sagte: "Wir akzeptieren den Verstoß (gegen das Gesetz) vollkommen."

VW hatte im September 2015 zugegeben, bei weltweit rund elf Millionen Autos die Abgasreinigung mit einer Software so zu steuern, dass die Grenzwerte für gesundheitsschädliche Stickoxide auf dem Prüfstand eingehalten wurden, nicht aber auf der Straße.

Nach dem Dieselskandal kämpft Volkswagen mit immer neuen Negativnachrichten. Spekulationen auf höhere Kosten zur Bewältigung des Skandals um manipulierte Abgaswerte setzten Volkswagens Aktienkurs am Mittwoch zu. Die Papiere des Autokonzerns waren lange Zeit das Schlusslicht im Dax.

Zuvor hatte die Anwaltskanzlei Dr. Stoll & Sauer mitgeteilt, das Landgericht Regensburg habe einen VW-Händler dazu verdonnert, den mit einer Manipulationssoftware ausgestatteten Wagen eines Kunden durch ein Neufahrzeug aus aktueller Produktion zu ersetzen. Das Urteil sei allerdings nicht rechtskräftig. Volkswagen hatte angekündigt, gegen derartige Entscheidungen in Berufung zu gehen.

Sollte das Urteil rechtskräftig werden, drohen dem deutschen Konzern neue Milliardenkosten.

ssu/Reuters

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HansPa 04.01.2017
1. Andere werden entlassen
So geht's auch. Bevor wieder Unfug erzählt wird bleibt man lieber fern. Eigentlich in so einer Position wie Herr Müller nicht zu erklären. Aber unsere deutschen Manager Elite ist nun mal nichts zu peinlich. Hat er doch das Verkehrsministerium voll im Griff! Das reicht schließlich als Funktion aus, damit die Geschäfte in DE weiterlaufen können.
Referendumm 04.01.2017
2.
Zitat von HansPaSo geht's auch. Bevor wieder Unfug erzählt wird bleibt man lieber fern. Eigentlich in so einer Position wie Herr Müller nicht zu erklären. Aber unsere deutschen Manager Elite ist nun mal nichts zu peinlich. Hat er doch das Verkehrsministerium voll im Griff! Das reicht schließlich als Funktion aus, damit die Geschäfte in DE weiterlaufen können.
Der Mann ist an Peinlichkeiten kaum noch zu überbieten. Nimmt jedes Fettnäpfchen mit. Aber vielleicht sehen wir das alles auch nur zu eng und der Müller sitzt zu Hause und büffelt fleissig Englisch. Das hat der nämlich dringend nötig, bevor er sich in den USA oder wo auch immer erneut bis auf die Knochen blamiert. Das wundert mich eh, wie man in solch eine Top-Position kommt (international tätiger Automobilkonzern), aber dermaßen schlechtes Englisch kann. Der sollte bei Bayern München anfangen. Uli Hoeness sucht doch aktuell gerade solche Leute, die gut Deutsch und keine andere Sprache können. ;)
wahrsager26 04.01.2017
3. Könnte es sein...
das Herr Müller noch nicht gut genug die englische Sprache beherrscht?Vor einiger Zeit war ja zu vernehmen,dass das Management in Zukunft englisch sprechen möchte ? Vielleicht hat der Nachhilfelehrer von der Reise abgeraten?Danke
dbrown 04.01.2017
4. Ganz schön
feige von einem, der einen der größten Konzerne leiten will!
kenterziege 04.01.2017
5. Arroganz der Spätgeborenen
Ich finde es absolut arrogant, wenn so ein paar Spätgeborene sich über die nicht ganz flüssigen englischen Sprachkenntnisse des CEO von VW auslassen. Das sind doch alles die Jüngelchen und Mädels, die das unverschämte Glück hatten in den reichen 70/80er Jahren für ein Jahr von ihren Eltern während der Schulzeit in die USA geschickt zu werden. Schulisch hat man da wenig - aber immerhin die Sprache gelernt. Damit kann man dann strunzen. Müller hat von der Pike auf einen handfesten Beruf erlernt und hat dann auf dem zweiten Bildungsweg Informatik studiert. Das ist ein Intellektueller Anspruch, den 90% der heutigen Abiturienten nicht erfüllen. Jedenfalls nicht die aus Berlin, NRW und Bremen. Mit dieser Top Ausbildung hat Müller sich im Konzern nach oben gearbeitet und ist zu recht in der großen Krise an die Spitze gesetzt worden. Hier geht es um die Führung des größten Automobilkonzerns der Welt und nicht um das zweite Staatsexamen eines Studienrates in Englisch. Die Arroganz der Jüngelchen, die nichts können außer in SPON Kritik zu üben, geht mir auf dem Sack! Ich habe länger in den USA als Ingenieur gearbeitet und nicht besonders gut englisch gesprochen. Ich bin mit meinen US-Partnern bestens zurecht gekommen, weil die diese Oxfort-Fanatiker auch nicht mögen! Übrigens spricht meine Tochter auch besser Englisch als ich - ich habe es ihr finanziert! Sie weiß aber darum!
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