Börsengang von Traton VW bewertet Lkw-Tochter mit bis zu 16,5 Milliarden Euro

VW hat das Truck- und Bus-Geschäft von MAN und Scania gebündelt und will es unter dem Kunstnamen Traton an die Börse bringen. Das soll dem Konzern Milliarden einbringen - die Vorbereitungen liefen holprig.

Neuer Name, altes Geschäft: Unter dem Label Traton hat VW sein Lkw- und Bus-Geschäft von MAN und Scania gebündelt
REUTERS

Neuer Name, altes Geschäft: Unter dem Label Traton hat VW sein Lkw- und Bus-Geschäft von MAN und Scania gebündelt


Volkswagen unternimmt einen neuen Anlauf für einen Börsengang seiner Nutzfahrzeugtochter Traton und will dabei bis zu 1,9 Milliarden Euro einnehmen. Insgesamt würden bis zu 57,5 Millionen Aktien in einer Preisspanne von 27 bis 33 Euro pro Stück angeboten, teilte VW mit.

Damit werde die Dachgesellschaft der Lkw- und Bushersteller MAN und Scania insgesamt mit bis zu 16,5 Milliarden Euro bewertet. Die Papiere sollten zwischen dem 17. und 27. Juni angeboten werden, als erster Handelstag an den Börsen in Frankfurt und Stockholm ist der 28. Juni geplant.

Eigentlich hatte Volkswagen die Sparte schon vor Ostern an die Börse bringen wollen. Das Vorhaben wurde aber mit Verweis auf ein schwaches Marktumfeld aufgeschoben. Ursprünglich war angedacht, bis zu 25 Prozent der Anteile zu platzieren, beim Erlös hatte Traton auf bis zu sechs Milliarden Euro gehofft.

Investmentbanker hatten das aber als zu ehrgeizig bezeichnet. Der Lkw- und Bus-Hersteller hat nach früheren Angaben keinen akuten Kapitalbedarf, will sich mit dem Börsengang aber die Möglichkeit schaffen, Übernahmen ohne den Wolfsburger Mutterkonzern zu finanzieren.

Nun erklärte Volkswagen, bei dem Börsengang würden zunächst 50 Millionen Aktien angeboten. Möglich sei zudem eine Mehrzuteilungsoption - im Fachjargon "Greenshoe" genannt - von weiteren 7,5 Millionen Aktien. Abhängig von der endgültigen Anzahl der platzierten Aktien und dem Ausgabepreis liege das Gesamtangebotsvolumen zwischen 1,55 Milliarden Euro und 1,9 Milliarden Euro. Die Preisspanne entspreche einer Traton-Gesamtbewertung von 13,5 bis 16,5 Milliarden Euro. Der Streubesitz liege dann zwischen zehn und 11,5 Prozent.

"Wir haben die Zielgerade fast erreicht und sind voller Zuversicht", erklärte Traton-Vorstandschef Andreas Renschler. "Wir sind überzeugt, dass Traton ein attraktives Investment ist, und das Feedback von Investoren und Analysten bestärkt uns darin." Die Nutzfahrzeug-Sparte hatte 2018 einen operativen Gewinn von 1,7 Milliarden Euro und einen Umsatz von 25,9 Milliarden Euro ausgewiesen.

beb/Reuters

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insgesamt 4 Beiträge
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Seite 1
didiastranger 14.06.2019
1. Kunstnamen
Was soll dieser Quatsch? Mal wieder nur NEGATIV. Sponler scheinen einen Hang zum Negativen zu haben. Warum das wohl so ist?
timtom2222 14.06.2019
2.
zum Beitrag 1. Was soll es sonst für ein Name sein?
c.PAF 14.06.2019
3.
Zitat von didiastrangerWas soll dieser Quatsch? Mal wieder nur NEGATIV. Sponler scheinen einen Hang zum Negativen zu haben. Warum das wohl so ist?
Warum das so ist? Weil Traton im Gegensatz zu Scania und MAN halt ein Kunstname ist. Fertig. Und was soll nun daran negativ sein?
duke_van_hudde 14.06.2019
4. kar zu teuer
Die LKW Sparte soll mit einen KGV von ca 10 bewertet werden laut VW, aber am Markt wird die VW Konzern selber mit einen KGV von 5,5 bewertet. Das die LKW und Bussparte auch in neue Antriebe investieren muss sollte auch klar sein. Ich sehe da keinen Grund warum man hier ein KGV von fast 10 bezahlen soll wenn man die ganze VW mit 5,5 bekommt. Für mich viel zu teuer und, da mir selbst die VW mit KGV von 5,5 zu teuer ist werde ich da kein Geld reinstecken.
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