Abgas-Affäre VW-Manipulation betrifft 2,8 Millionen Autos in Deutschland

Volkswagen hat laut Verkehrsminister Dobrindt fast drei Millionen Fahrzeuge manipuliert - allein in Deutschland. Möglicherweise sind noch mehr Diesel-Klassen betroffen als bisher bekannt.
Abgas-Affäre: VW-Manipulation betrifft 2,8 Millionen Autos in Deutschland

Abgas-Affäre: VW-Manipulation betrifft 2,8 Millionen Autos in Deutschland

Foto: Jens Meyer/ AP/dpa

Von den Manipulationen bei Abgasmessungen an Dieselwagen von Volkswagen sind 2,8 Millionen Fahrzeuge in Deutschland betroffen. Das sagte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) am Freitag im Deutschen Bundestag. Nach aktueller Kenntnis seien dies Fahrzeuge der 1,6- und 2-Liter-Diesel-Klasse.

Es könne aber auch sein, dass zusätzlich 1,2-Liter-Fahrzeuge betroffen sind. "Zumindest aktuell gehen wir davon aus, dass sich auch hier mögliche Manipulationen zeigen können", sagte Dobrindt.

Der Minister sagte weiter, das Kraftfahrt-Bundesamt fordere VW auf, "verbindlich zu erklären, ob sich das Unternehmen in der Lage sieht, die eingestandenen technischen Manipulationen zu beheben". Dobrindt sagte, sein Ministerium erwarte "einen verbindlichen Zeitplan, bis wann die technische Lösung vorliegt und bis wann sie umgesetzt werden kann".

Porsche-Chef Müller soll auf Winterkorn folgen

Vor rund einer Woche war bekannt geworden, dass Volkswagen die Abgaswerte von Autos in den USA geschönt hat. Der Konzern hat bereits Manipulationen an rund elf Millionen Fahrzeugen weltweit eingeräumt. Infolgedessen ist Vorstandschef Martin Winterkorn am Mittwoch zurückgetreten. Seit Donnerstag ist zudem bekannt, dass auch der europäische Markt betroffen ist. Auch seien leichte Nutzfahrzeuge betroffen, wie Dobrindt am Freitag sagte. Manipulierte Autos von VW sind offenbar auch in der Schweiz verkauft worden. Davon sei mit hoher Wahrscheinlichkeit auszugehen, teilte das Schweizer Bundesamt für Straßen am Freitag mit.

Nachdem bekannt geworden war, dass auch Abgaswerte an deutschen Autos manipuliert wurden, fielen die Papiere des Autobauers Volkswagen am Dax zwischenzeitlich um 6,3 Prozent.

Derzeit tagt der Aufsichtsrat von Volkswagen, um einen Ausweg aus der Abgas-Krise zu finden. Top-Favorit für die Nachfolge von Martin Winterkorn ist der bisherige Porsche-Chef Matthias Müller. Dagegen scheint es nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa bei weiteren Personalentscheidungen auf den unteren Management-Ebenen noch Uneinigkeit zu geben.

Die US-Umweltbehörde EPA teilte am Freitag in Briefen an Autobauer mit, dass sie in Zukunft verstärkt Emissionstests durchführen werde. Der Schritt sei eine Reaktion auf den Abgas-Skandal um Volkswagen.

Volkswagen droht von der EPA eine Strafe von bis zu 18 Milliarden US-Dollar.

mka/dpa
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