"Zukunftspakt" VW plant den Abbau von bis zu 30.000 Stellen

Volkswagen in Not. Nicht nur der Abgasskandal macht dem Konzern zu schaffen. Auch der Umschwung zur Ära der Elektromobilität. Ein umfangreicher Stellenabbau soll die Voraussetzungen schaffen, um die Krise zu überwinden.

Elektro-Golf
AP

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Volkswagen will einem Zeitungsbericht zufolge bis zu 30.000 Stellen abbauen. Das sehe der zwischen Betriebsrat und Vorstand ausgehandelte "Zukunftspakt" vor, berichtet das "Handelsblatt". In welchem Umfang Entlassungen notwendig werden, ist derzeit noch völlig offen. Zunächst sieht der Pakt vor, zusätzliche Altersteilzeitregeln einzuführen, mit denen bei Bedarf bis zu 2500 Mitarbeiter pro Jahr VW verlassen.

Zwei Drittel der Stellenkürzungen seien in Deutschland vorgesehen. Betroffen sind die sechs westdeutschen VW-Werke (Emden, Wolfsburg, Hannover, Salzgitter, Braunschweig, Kassel) sowie VW-Sachsen. Speziell für das Motorenwerk in Salzgitter stehen zu Zukunftschancen schlecht, wenn Verbrennungsmotoren ihre Bedeutung verlieren. Die Kosten sollten durch die Umstrukturierung um bis zu vier Milliarden Euro pro Jahr sinken. Der Konzern Chart zeigen wollte sich der Zeitung zufolge zu den Zahlen nicht äußern.

Seinen Plan für den Umbau der schwächelnden Hauptmarke VW will der Konzern am Freitagvormittag dem Aufsichtsrat vorlegen. Vorstand und Arbeitnehmervertretung hatten in den vergangenen Monaten um einen Kompromiss gerungen, um Schritte zur Kostensenkung mit Zusagen für Investitionen in Werke und Modelle zu verknüpfen. Bis zuletzt wurde an Details gefeilt. Denn der beschleunigte Umschwung hin zur Elektromobilität führt dazu, dass Werke, die bisher fast völlig auf die viel arbeitsintensiveren Verbrennungsmotoren ausgerichtet sind, Beschäftigung verlieren.

Im Anschluss an eine Pressekonferenz der Marke VW am Morgen soll der Aufsichtsrat tagen, um auf Grundlage des Zukunftspakts die Budgetplanung des Konzerns für die nächsten Jahre zu beschließen. Damit sollen auch die Weichen für die Zeit nach dem Dieselskandal gestellt werden.

mik/Reuters



insgesamt 295 Beiträge
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iamwiesl2 18.11.2016
1. Tja das war doch klar.
Viele versuchen Profit aus der Affäre zu ziehen. Das das Geld irgendwo herkommen muss, dürfte jedem klar sein. Und wo kann man am effektivsten sparen? Genau die Belegschaft wird entlassen und bei auftragsspitzen über fremdfirmen wieder aufgebaut...
Cologne65 18.11.2016
2. Umschwung zur Ära der Elektromobilität
Diese Ära und diesen Umschwung gibt es vornehmlich in den Köpfen einer Minderheit. Allerdings ist es nicht möglich, sich gegen diese zu stellen, weil diese Minderheit es geschafft hat ihre Vorstellungen der Allgemeinheit aufzudrücken. Wenn VW jetzt sagen würde, e Mobilität ist Quatsch, teuer und eine Illusion würden Teile der Politik und Presse über VW herfallen. Nach dem Abgasskandal heißt es, kleine Brötchen backen.
fatherted98 18.11.2016
3. Typisch...
...die Zeichen der Zeit verschlafen und jetzt erst mal Leute rausschmeissen....naja...was anderes habe ich von VW nicht erwartet. Immerhin....die Festangestellten hatten sehr gute Gehälter und überragende Sozialleistungen...davon kann ein "normaler" Werktätiger nur träumen...und....die 30.000 sind alle hochqualifiziert....also beste Voraussetzungen einen neuen Job zu finden....oder ist das Märchen von der Stellenflut doch nur ein Märchen?
dreamrohr2 18.11.2016
4. das war ja klar...
...dass nicht die Verantwortlichen den Mist ausbaden müssen, sondern, wie immer, die unschuldig mithängenden Mitarbeiter. Und in den hier im SPON vorausgegangenen Diskussionen, haben sich immer Besserwisser gefunden, die noch der Meinung waren, VW wird es schon packen, die Verkaufzahlen schnellen hoch, trotz Skandal, VW ist eine gefragte Marke... das waren ihre Argumente. Nun, da es sich bestätigt, was andere Foristen, u.a. auch ich, sagten, dass es sich noch bitter rächen wird, dass die Politik beidäugig blind und vor allem Korrupt unter die Fittiche der Autolobby nur dabei zusieht und zulässt, dass unsere eh schon gebeutelten Strukturen zerstört werden. Es ist bitter zu lesen, dass wieder Armeen von Arbeitslosen, bald unsere Gesellschaft zur Belastung fallen, während dessen, die Boni der Vorstände in den Bordellen dieser Welt abgefeiert werden.
porlox 18.11.2016
5. Krawatte vs. Blaumann
Die überbezahlte Krawatte macht Mist und der Blaumann darf gehen. Ja Leute, los, los. Kauft mehr VW, damit die Krawatte wieder Kohle satt hat und wir Ihnen dankbar den Hintern küssen.
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