Übernahmeschlacht zwischen Porsche und VW Hedgefonds verklagt Piëch und Porsche auf Schadensersatz in Milliardenhöhe

Das kann teuer werden: Ein Hedgefonds hat nach SPIEGEL-Informationen Ferdinand Piëch und Wolfgang Porsche auf 1,8 Milliarden Euro Schadensersatz verklagt. Die beiden sollen bei der Übernahmeschlacht zwischen Porsche und VW Aktionäre getäuscht haben.
Ferdinand Piëch (l.) und Wolfgang Porsche (Archivbild): "Kriminelle Methoden"

Ferdinand Piëch (l.) und Wolfgang Porsche (Archivbild): "Kriminelle Methoden"

Foto: DPA

Hamburg - Der Hedgefonds Elliott Associates LP des US-Investors Paul E. Singer hat nach SPIEGEL-Informationen beim Landgericht Frankfurt eine Schadensersatzklage gegen Ferdinand Piëch und Wolfgang Porsche eingereicht. Die beiden hätten die Übernahme von VW heimlich vorbereitet und die übrigen Aktionäre dabei getäuscht. Dies sei ein Verstoß gegen Paragraf 826 BGB, heißt es in der Klage, in der von Piëch und Porsche persönlich Schadensersatz in Höhe von 1,8 Milliarden Euro gefordert wird.

Während der Übernahmeschlacht hatten viele Hedgefonds auf fallende VW-Kurse gewettet und viel Geld verloren, nachdem Porsche am 26. Oktober 2008 bekanntgegeben hatte, dass die Sportwagenfirma 75 Prozent der VW-Stammaktien erwerben wollte und der VW-Kurs in die Höhe schoss. Bislang haben Privatanleger und Hedgefonds Porsche und VW auf Schadensersatz in Höhe von insgesamt 5,7 Milliarden Euro verklagt.

Die Klage gegen die Privatpersonen Piëch und Porsche stellt eine neue Eskalationsstufe in der Auseinandersetzung dar. In der Klage wirft der Hedgefonds Piëch und Porsche vor, sie hätten bei der Übernahme Methoden verwendet, "wie man sie sonst nur aus dem Bereich der Geheimdienste und der Organisierten Kriminalität kennt". Entwicklung und Ausführung des Plans seien über ein "geheimes Logistikzentrum in Österreich erfolgt". Man habe "nicht registrierte Mobiltelefone" verwendet und eine "sonst nur Regierungen zugängliche Verschlüsselungstechnologie".

Ein Porsche-Sprecher weist die Vorwürfe als völlig haltlos zurück. Die Mutmaßungen der Kläger seien durchweg unzutreffend.

Paul E. Singer, dem Anleger 21 Milliarden Dollar anvertrauten, gilt als einer der härtesten Vertreter in der Branche der Hedgefonds. Er ließ 2012 ein Schiff der argentinischen Marine pfänden, nachdem das Land Schuldverschreibungen, die er erworben hatte, nicht vollständig begleichen wollte.

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