Wissenschaftliche Studie VW-Skandal beschädigte auch BMW und Daimler in den USA

Hat die Dieselaffäre bei VW auch den Ruf anderer deutscher Autobauer in den USA ramponiert? Ja, sagen Ökonomen. Sie beziffern die dortigen Einnahmeverluste von BMW Mercedes und Smart für ein Jahr auf 3,7 Milliarden Dollar.

Volkswagen-Händler in den USA
REUTERS

Volkswagen-Händler in den USA


Dass der Dieselskandal Volkswagen teuer zu stehen kam, ist bekannt. Milliardenkosten für Strafen, Nachrüstungen und Entschädigungen haben dem Konzern mit seinen Marken VW, Audi und Porsche schwer zugesetzt, seit die Abgasmanipulationen im September 2015 öffentlich wurden.

Doch wie hat sich die Affäre auf andere deutsche Autobauer ausgewirkt? Dieser Frage sind die Ökonomen Rüdiger Bachmann, Gabriel Ehrlich und Dimitrije Ruzic nachgegangen, die allesamt an US-Universitäten forschen. In ihrer Studie (hier als PDF), die gerade erschienen ist, kommen die Wissenschaftler zu dem Ergebnis, dass der VW-Skandal den Ruf anderer deutschen Autobauer in den USA massiv beschädigt hat - mit spürbaren Auswirkungen auf Verkäufe und Umsätze.

Demnach haben die drei Marken BMW, Mercedes Benz und Smart in den zwölf Monaten nach Bekanntwerden des VW-Skandals in den USA insgesamt 76.000 Autos weniger verkauft als man es ohne die Affäre hätte erwarten dürfen und damit einen Umsatz von rund 3,7 Milliarden Dollar verloren. Außerdem sei die Aktienrendite deutlich schlechter ausgefallen - und auch das Image in der Öffentlichkeit habe gelitten, wie die Ökonomen durch die Auswertung von Twitter-Posts aufzeigen.

Die Wissenschaftler sehen in den Daten einen Beleg für die These, dass ein Skandal auch unbeteiligte Unternehmen treffen kann, wenn diese in der öffentlichen Wahrnehmung der gleichen Gruppe zugeordnet werden wie der eigentliche Verursacher. "Wir interpretieren diese Ergebnisse so, dass sie die Existenz eines länderspezifischen kollektiven Rufs der deutschen Autoindustrie aufzeigen", schreiben die Ökonomen.

stk

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