Einigung mit US-Behörden VW soll 4,3 Milliarden Dollar Strafe zahlen

Im Abgasskandal hat sich Volkswagen offenbar mit dem US-Justizministerium geeinigt. Nach eigenen Angaben soll der Konzern eine Strafe in Höhe von 4,3 Milliarden Dollar zahlen. Endgültig besiegelt ist der Vergleich aber noch nicht.

VW-Händler in Massachusetts
DPA

VW-Händler in Massachusetts


Es wäre ein großer Schritt zur Bewältigung des Abgasskandals - aber auch ein teurer: Der VW-Konzern steht kurz davor, seinen Streit mit dem US-Justizministerium beizulegen. Ein Vergleichsentwurf sieht Strafzahlungen in Höhe von rund 4,3 Milliarden Dollar vor, wie der Konzern am Dienstag mitteilte. Die Verhandlungen seien weit fortgeschritten. Vorstand und Aufsichtsrat sollen spätestens am Mittwoch zustimmen. Auch US-Gerichte müssen den Vergleich dann noch genehmigen.

Mit der Einigung sollen verschiedene strafrechtliche Untersuchungen sowie zivilrechtliche Bußgeldverfahren beigelegt werden, hieß es. Der Entwurf enthält laut VW auch ein Schuldeingeständnis des Konzerns. Dieser Punkt war zuletzt umstritten.

Volkswagen hatte im September 2015 auf Druck der US-Behörden zugegeben, weltweit in elf Millionen Dieselautos verschiedener Marken eine illegale Software eingebaut zu haben. Dadurch wurden bei Tests deutlich niedrigere Werte an gesundheitsschädlichen Stickoxiden angezeigt. Tatsächlich lag der Ausstoß aber bis zu 40-mal so hoch wie erlaubt.

VW hat bislang 18,2 Milliarden Euro für die Folgen des Abgasskandals zurückgelegt. Der größte Teil davon dürfte allerdings bereits für Entschädigungszahlungen für US-Kunden und Strafen in zivilrechtlichen Auseinandersetzungen reserviert sein.

Einigung belastet Porsche-Holding

Die zurückgelegte Summe werde wohl nicht reichen, teilte VW nun mit: "Kommt es zu dem Vergleich, werden die Zahlungsverpflichtungen voraussichtlich zu einem die bestehenden Rückstellungen übersteigenden finanziellen Aufwand führen", hieß es. "Wie hoch die Belastung für das Jahresergebnis 2016 konkret sein wird, hängt von einer Reihe weiterer Faktoren ab und lässt sich derzeit noch nicht bestimmen."

Die VW-Dachgesellschaft Porsche SE geht davon aus, dass die finanziellen Folgen der anstehenden Einigung sich auch auf das Konzernergebnis für das Geschäftsjahr 2016 auswirken. Konkrete Zahlen nannte die Porsche Automobil Holding SE in Stuttgart allerdings nicht. Für 2016 hat die Porsche SE bisher ein Nachsteuer-Ergebnis zwischen 1,4 und 2,4 Milliarden Euro erwartet. Eine Unterschreitung könne "nicht ausgeschlossen werden", hieß es.

Die Porsche SE hält rund 51 Prozent an der Volkswagen AG. Der Sport- und Geländewagenbauer Porsche AG wiederum ist eine VW-Tochter. Die Struktur ist Ergebnis der Übernahmeschlacht zwischen VW und Porsche 2008/2009.

stk/dpa-AFX/AFP/Reuters



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