Trotz Dieselskandal VW-Chef Müller kassiert 9,5 Millionen Euro

Die Vorstände von Volkswagen verdienen trotz Dieselaffäre zusammen mehr als 50 Millionen Euro. Besonders Konzernboss Müller kann sich über eine dicke Erhöhung freuen.
Matthias Müller

Matthias Müller

Foto: HAROLD CUNNINGHAM/ AFP

Die Mitglieder des Volkswagen-Konzernvorstands kassieren für das abgelaufene Jahr deutlich mehr Gehalt als noch 2016. Insgesamt summieren sich die Bezüge auf rund 50,3 Millionen Euro. Im vorangegangenen Jahr hatte das Top-Management des weltgrößten Autobauers noch rund 39,5 Millionen Euro erhalten. Volkswagen begründet den Anstieg vor allem mit der guten Geschäftsentwicklung.

Spitzenverdiener unter den zehn obersten VW-Führungskräften - einschließlich der ausgeschiedenen Christine Hohmann-Dennhardt - ist Vorstandschef Matthias Müller, der mehr als 10,1 Millionen Euro einstrich. Ein Jahr zuvor waren es 7,25 Millionen Euro. Ohne Nebenleistungen und Versorgungsaufwand kommt Müller 2017 auf rund 9,5 Millionen Euro. Personalchef Karlheinz Blessing bekommt an zweiter Stelle rund 5,2 Millionen Euro.

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VW hatte für das vergangene Jahr einen satten Profit ausgewiesen. Mit unterm Strich rund 11,4 Milliarden Euro fiel der Nettogewinn mehr als doppelt so hoch aus wie im Vorjahr. Und das, obwohl das Unternehmen mehrere Milliarden Euro für die Bewältigung der Dieselaffäre ausgeben musste.

Der Volkswagen-Konzern profitierte dabei auch von der US-Steuerreform im vergangenen Jahr. Die Neubewertung von Steuerpositionen durch die gesenkten US-Körperschaftsteuersätze hätten einen positiven Effekt von rund einer Milliarde Euro auf den Nettogewinn gehabt, sagte VW-Finanzvorstand Frank Witter am Dienstag.

Der Konzern hatte zum Geschäftsjahr 2017 sein System zur Bestimmung der Vorstandsgehälter reformiert - nach langer Kritik an der Höhe der Bezüge. So gibt es für den Vorstandschef seit 2017 eine Höchstgrenze von 10 Millionen Euro, für Vorstandsmitglieder von 5,5 Millionen Euro. Während die festen Grundgehälter tendenziell angehoben werden, fallen die Regeln zur Berechnung erfolgsabhängiger Bonuszahlungen strikter aus und orientieren sich teils an der künftigen Entwicklung.

ssu/dpa