Bis zu 15 Millionen Euro VW will seine Vorstände künftig besser bezahlen

VW-Boss Blume: Bis zu 15 Millionen Euro Gehalt
Foto: CLEMENS BILAN / EPADer VW-Konzern plant, die Obergrenzen für Vorstandsgehälter deutlich zu erhöhen. Dies geht aus der Einladung zur Hauptversammlung am 10. Mai hervor. »Der Aufsichtsrat hat beschlossen, das Vergütungssystem für die Vorstandsmitglieder der Volkswagen AG mit Wirkung zum 1. Januar 2023 anzupassen«, heißt es darin.
Bisher dürfen Vorstandsvorsitzende laut den Regeln pro Jahr maximal 12 Millionen Euro brutto verdienen, wenn man alle Gehaltsbestandteile einschließlich der Rentenansprüche berücksichtigt – sonstige Mitglieder des Vorstands höchstens 7 Millionen Euro. Künftig sollen es bis zu 15 beziehungsweise 8,5 Millionen Euro sein.
Üppige Vergütung
Für die überwiesenen Barbeträge bestanden zuletzt Obergrenzen von 10 Millionen (Vorsitz) und 5,5 Millionen Euro. Sie sollen den Regularien zufolge vermeiden, dass es in Einzeljahren »unangemessen hohe Auszahlungen« gibt. Die Anteilseigner werden jetzt gebeten, diese Schwellen auf 12,5 Millionen respektive 7 Millionen Euro anzuheben.
Die Bezüge in der Topetage von Deutschlands größtem Unternehmen waren wiederholt Gegenstand von Kritik. VW begründet die Höhe unter anderem damit, im internationalen Vergleich für Führungskräfte attraktiv bleiben und die »Marktverhältnisse« mit abbilden zu müssen. Maßstab ist eine Gruppe verschiedener Konzerne, in denen die Vergütung an der Spitze teils noch üppiger ausfällt.
Der frühere Vorstandschef Martin Winterkorn war in bonusstarken Jahren auf bis zu 17 Millionen Euro gekommen. Herbert Diess, der Anfang September 2022 abtreten und Oliver Blume Platz machen musste, erhält laut Vergütungsbericht für seine letzten acht Monate an der Konzernspitze inklusive Altersversorgung 7,9 Millionen Euro, plus weitere 3,9 Millionen Euro nach seinem Ausscheiden aus dem Vorstand – insgesamt also gut 11,8 Millionen Euro für das vergangene Jahr.
Im Fall Blumes – der zugleich weiter Chef der VW-Tochter Porsche ist – sind es knapp 7,4 Millionen Euro. Unter den Vorständen, die das ganze Jahr über dieselbe Funktion ausübten, erzielte Personalchef Gunnar Kilian mit insgesamt etwas mehr als 6,8 Millionen Euro das höchste Salär.
Streiks und Haustarife
Für die rund 125.000 VW-Beschäftigten gab es im vergangenen November eine leichte Gehaltserhöhung. IG Metall und Volkswagen hatten sich beim VW-Haustarif auf eine Erhöhung der Entgelte und Ausbildungsvergütungen um 5,2 Prozent geeinigt. Ab Mai 2024 wird der Tarif um weitere 3,3 Prozent steigen.
Gleichzeitig haben am Montag knapp 2000 Beschäftigte der VW-Zeitarbeitsfirma Autovision gestreikt, für mehr Geld und eine Behandlung auf Augenhöhe mit der Stammbelegschaft. Die Arbeitnehmerseite verlangt einen Inflationsausgleich von 3000 Euro, darüber hinausgehende Entgelterhöhungen sowie 1800 und 900 Euro als Weihnachts- beziehungsweise Urlaubsgeld.
Laut IG Metall haben die Arbeitgeber bisher 1200 Euro als Inflationsausgleich angeboten.