Wegen Musk-Übernahme VW will Werbung auf Twitter aussetzen
Twitter-Büro in New York: Die Hälfte der Beschäftigten könnte ihren Job verlieren
Foto: Mary Altaffer / APDie Übernahme durch den US-Tech-Milliardär Elon Musk hat für Twitter negative wirtschaftliche Konsequenzen: Volkswagen hat sich weiteren Unternehmen angeschlossen, die ihre Werbung auf Twitter auf Eis legen wollen. Als Grund nannten die Wolfsburger die Ankündigung des US-Kurznachrichtendienstes, Richtlinien für die Platzierung solcher Inhalte zu überarbeiten.
Der VW-Konzern habe jetzt »seinen Marken empfohlen, ihre bezahlten Aktivitäten auf der Plattform bis auf Weiteres zu pausieren«, hieß es. Ein endgültiger Werbestopp sei das nicht: »Wir beobachten die Situation genau und werden je nach Entwicklung über die nächsten Schritte entscheiden.«
Das monatelange Hin und Her um Musks Einstiegspläne bei Twitter sowie dessen Vorstellungen über die künftige Ausrichtung und der Umgang mit den Beschäftigten hatten zuletzt Wirbel ausgelöst. Der Tesla- und SpaceX-Chef schloss in der vergangenen Woche den Kauf des sozialen Netzwerks für rund 44 Milliarden Dollar ab.
GM setzt Werbung ebenfalls aus
Musk versprach, gegen Fake-Accounts und Spam vorzugehen und Twitter »zur korrektesten Quelle für Informationen auf der Welt zu machen«. Andererseits verbreitete er kürzlich selbst einen Link zu einer Verschwörungstheorie über den Angriff auf den Mann der Sprecherin des US-Repräsentantenhauses, Paul Pelosi. Auch sonst ist Musk für seine unberechenbar wirkende Kommunikation bekannt.
Widerstand bei Nutzern gibt es zudem gegen seine Pläne, den begehrten blauen Haken für verifizierte Accounts als Teil eines kostenpflichtigen Abos anzubieten. Musk schrieb dazu: »An alle Nörgler, beschwert Euch bitte weiter, aber es kostet acht Dollar.« Abonnenten sollen überdies nur noch die Hälfte der sonst üblichen Werbeeinblendungen zu Gesicht bekommen. Bei Twitter wird den Nutzern Reklame in möglichst personalisierter Form in die Timeline gespielt.
Nun könnte nach der Übernahme rund die Hälfte der Twitter-Beschäftigten ihren Job verlieren. Musk feuerte bereits das Top-Management und löste den Verwaltungsrat auf.
In der vorigen Woche hatte bereits General Motors mitgeteilt, seine Werbetätigkeit auf der Plattform zumindest auszusetzen. Ähnliche Schritte sollen der Pharmakonzern Pfizer oder der Lebensmittelkonzern General Mills unternommen haben.
VW achtet seit einiger Zeit verstärkt auf die Umgebung seiner Online-Werbung. So gab es scharfe Kritik, als ein Fehler in einem automatischen Filterprogramm für das Ausspielen dazu geführt hatte, dass eine Anzeige auf dem rechten US-Nachrichtenportal »Breitbart« landete. Die Aufarbeitung eines als rassistisch empfundenen Videospots auf Instagram nahm der Autobauer zum Anlass, seine internen Vergabeprozesse zu überprüfen.