Wackelkurse Dax durchlebt heftiges Auf und Ab

Der Wackeldax ist zurück: Der deutsche Leitindex schwankt am Donnerstag enorm - nachdem er kurzzeitig ins Minus drehte, liegt er zurzeit wieder über dem Vortageskurs. Der europäische EuroStoxx verliert. Vor allem Bankenwerte stehen unter Druck.

Handelsraum an der Frankfurter Börse: "Wachsende Sorge über systemische Risiken"
REUTERS

Handelsraum an der Frankfurter Börse: "Wachsende Sorge über systemische Risiken"


Frankfurt am Main - Es sollte nur eine kurze Atempause sein: Während eines erneuten Erholungsversuchs am Vormittag hielten sich die Kurse an der Frankfurter Börse lange stabil bis zu 3,5 Prozent im Plus - doch inzwischen hat die aus den vergangenen Tagen bekannte Achterbahnfahrt wieder eingesetzt. Am Mittag stand der Deutsche Aktienindex Dax Chart zeigen kurzzeitig nur noch bei 5501 Punkten - ein Abschlag von zwei Prozent und der niedrigste Stand seit Februar 2010. Seit dem frühen Nachmittag pendelt das Börsenbarometer um seinen Vortagesschlusskurs von 5613 Punkten herum.

Die europäischen Indizes liegen mehrheitlich in der Verlustzone. Für den EuroStoxx50 ging es zwischenzeitlich fast drei Prozent nach unten, am Nachmittag lag er noch mit knapp einem Prozent im Minus. Auch der französische CAC 40 notiert etwa ein Prozent niedriger als am Vortag. In London hält sich der FTSE 100 hingegen ähnlich wie der Dax etwa auf Niveau des Börsenschlusses am Mittwoch.

Grund für die Verluste an Europas Börsen waren vor allem Sorgen um eine Verschärfung der Euro-Krise, die auch die französischen Banken in Mitleidenschaft ziehen könnte. "Es gibt keine neuen Gerüchte, aber eine wachsende Sorgen über systemische Risiken. Noch gibt es keine Panikverkäufe, aber die Leute wollen nicht auf dem falschen Fuß erwischt werden", beschrieb Lionel Jardin von Assya Capital in Paris die Nervosität an den Börsen.

So steht der Dax gerade
Zu den größten Verlierern im Dax gehörten am Mittag die Aktien der Deutschen Bank mit einem Minus von gut drei Prozent. Spekulationen, dass auch Frankreich eine Rating-Abstufung droht und französische Banken in finanzielle Schwierigkeiten kommen könnten, hatten schon am Vortag zu Kurseinbrüchen bei Aktien von Frankreichs Kreditinstituten geführt. Aktuell machten sich unter den Börsianern Sorgen breit, dass die BNP Paribas Chart zeigen weitere Millionenverluste auf ihr Engagement in Griechenland verbuchen müsse. BNP-Aktien verloren bis zu 13 Prozent. Auch Aktien der Société Générale Chart zeigenrutschten ins Minus.

Jörg Heineke von Tao Capital sagte: "Das Vertrauen geht verloren, insbesondere im Bankensystem international, und das Muster entspricht dem aus der Finanz- und Kreditkrise 2008." Ein weiteres Indiz seien Berichte, dass chinesische Banken die Kreditlinien für französische Banken zusammenstrichen und das habe die Märkte deutlich ins Minus gedrückt. Andere Händler sprachen von Druck, der vom Terminmarkt komme, an dem sich ähnliche Muster wie 2008 zeigten.

yes/fdi/Reuters/dpa



insgesamt 3 Beiträge
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hr_schmeiss 11.08.2011
1. "Dax durchlebt heftiges Auf und Ab"
...ach, der lebt jetzt schon? Na, dann kann er ja vielleicht auch sterben, iss ja eh kein Verlass mehr auf ihn...
National-Oekonom, 11.08.2011
2. Anleihen der EZB könnten den Markt beruhigen
Zitat von sysopDer Wackeldax ist zurück: Der deutsche Leitindex ist wieder ins Minus gerutscht. Auch der europäische EuroStoxx verliert deutlich. Vor allem Bankenwerte stehen unter Druck. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,779695,00.html
Die Anleihen würden zur Finanzierung sowohl von Anleihen der Wackelstaaten als auch für evtl. Direktkredite an die Staaten begeben. Etwas andres fällt mir nicht mehr ein. Jeder Versuch einer "Euro-Rettung" durch Politiker ist zum Scheitern verurteilt.
Renard, 11.08.2011
3. Euro Schuldner sollen sitzen bleiben
Zitat von National-OekonomDie Anleihen würden zur Finanzierung sowohl von Anleihen der Wackelstaaten als auch für evtl. Direktkredite an die Staaten begeben. Etwas andres fällt mir nicht mehr ein. Jeder Versuch einer "Euro-Rettung" durch Politiker ist zum Scheitern verurteilt.
Es gibt noch Lösungen, die zwar politisch nicht ins Konzept passen, aber die pragmatisch sind und allen helfen könnten. Der Euro bleibt und die schlechten "Schüler" bleiben sitzen und üben nochmal in ihrer "alten" Währung weiter, wie Staatsfinanzen umgegangen werden soll. http://www.dr-hankel.de/2011/07/20/die-demokratie-in-griechenland-wird-abgeschafft-interview-mit-zeit-online/
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