Waffenverkäufe Russische Rüstungsexporte übersteigen 15 Milliarden Dollar

Nach Sanktionen und Ölpreiseinbruch ist Russland wirtschaftlich angeschlagen, doch das Rüstungsgeschäft brummt offenbar: Laut Präsident Putin wurden im vergangenen Jahr Waffen für 15 Milliarden Dollar exportiert.

Putin mit Raketen bei einer Messe 2011: Die Exporte gehen in mehr als 60 Länder
AFP

Putin mit Raketen bei einer Messe 2011: Die Exporte gehen in mehr als 60 Länder


Moskau - Russland hat im vergangenen Jahr nach den Worten von Präsident Wladimir Putin für mehr als 15 Milliarden Dollar Waffen exportiert. Zudem seien bereits neue Aufträge im Umfang von 14 Milliarden Dollar unterzeichnet worden, ergänzte Putin am Dienstag.

Russland ist nach den USA der weltweit zweitgrößte Rüstungsexporteur. Putin zufolge wurden im vergangenen Jahr mehr als 60 Länder beliefert. Russland plane, seine Exporte in den asiatisch-pazifischen Raum, nach Afrika, Lateinamerika und in die Karibik auszubauen, fügte Putin hinzu. Besonders angesichts der schwierigen geopolitschen Lage sei der Export von Hochtechnologie-Gütern für sein Land sehr wichtig.

Ukraines Vorgehen erschwere Lösungsfindung

Wegen der Ukraine-Krise sind die Beziehungen zwischen Russland und dem Westen derzeit äußerst gespannt. Der Regierung in Moskau wird vorgeworfen, die Separatisten im Osten der Ukraine militärisch zu unterstützen. Das Parlament in Kiew hatte Russland zuletzt als "Aggressorstaat" eingestuft. Russland hat dies nun scharf kritisiert. Der "unbedachte und verantwortungslose" Beschluss erschwere die Suche nach einem Kompromiss in der tiefen Krise, sagte Vizeaußenminister Grigori Karassin in Moskau.

Der prominente russische Außenpolitiker Konstantin Kossatschjow verglich den Beschluss Kiews mit "Stalin-Willkür". Auch das Regime des Sowjetdiktators Josef Stalin habe "Todesurteile ohne objektiven Gerichtsprozess gefällt", sagte der Parlamentarier.

Die Rada in Kiew hatte am Dienstag ukrainischen Medien zufolge auch ein Gesetz in erster Lesung angenommen, das die selbst ernannten Volksrepubliken Donezk und Lugansk als Terrororganisationen einstuft. "Wenn diese Entscheidung bestätigt wird, bedeutet sie das Ende von Friedensgesprächen, weil kein Staat der Welt Verhandlungen mit Terroristen führt", warnte Separatistensprecher Wladislaw Dejnego.

"Ramschniveau" und schlechte Aussichten für Russland

Russland droht in diesem Jahr wegen der westlichen Sanktionen und des Ölpreiseinbruchs eine tiefe Rezession. Die US-Ratingagentur S&P hatte die Note für die Kreditwürdigkeit des wirtschaftlich angeschlagenen Landes am Montag auf "Ramschniveau" gesenkt. Der russische Finanzminister Siluanow hat dies als "übertrieben pessimistisch" kritisiert. S&P habe nicht berücksichtigt, dass das Land hohe Währungsreserven und eine niedrige Staatsverschuldung habe.

Auch die weiteren Aussichten der russischen Wirtschaft werden negativ beurteilt. Der durch Kapitalflucht und den massiven Verfall der Ölpreise unter Druck geratene russische Rubel reagierte mit starken Verlusten auf die Mitteilung. Der russische Vizeaußenminister Nebensja warf Standard & Poor's vor, Russland "auf Diktat der US-Regierung" gehandelt zu haben.

mia/dpa/Reuters



insgesamt 20 Beiträge
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spon-facebook-10000123257 27.01.2015
1. Währungskrise
Währungskrise, von Wirtschaftskrise kann in Russland keine Rede sein. Die haben sich in vielen Bereichen wie Aluhalbzeuge, Nukleartechnik, Weltraumtechnik, Chemiefasern, Autoreifen, Erdöl/gastechnik u.a. eine weltweit führende Position erarbeitet. Dort herrscht Vollbeschäftigung und ein stetig steigendes Lebensniveau.
topodoro 28.01.2015
2. Seltsam
Sagen uns nicht Unsere Medien, dass Rußland nur Rohstoffe exportiere ? Und jetzt heisst es, Rußland exportiert Waffen. Können also doch nur Holz-Knüppel, etc., sein, oder ? Hochtechnologie können die Russen doch nicht ? Oder ?
Peter Eckes 28.01.2015
3. Interessant
wäre mal gewesen wie sich die 15 Milliarden Dollar zusammensetzen. Also was wurde geliefert und an wen. Russische Flugzeuge zum Beispiel werden ja weltweit gerne gekauft. Der Schiffbau dagegen liegt ja ziemlich am Boden. Der Second-Hand-Flugzeugträger den man den Indern verkauft hat wird auf lange Zeit der letzte große Deal in diesem Bereich gewesen sein. Wäre interessant ob der in den 15 Milliarden enthalten war. Waren immerhin roundabout 2 Millarden was die Inder da bezahlt haben. Ohne solche Informationen ist die Meldung über 15 Milliarden ziemlich wertlos. Wenn man sich überlegt das die komplette russische Rüstungsindustrie in einem Jahr Waffen im Wert von 15 Milliarden Dollar verkauft hat, während Apple in einem Vierteljahr 18 Milliarden Dollar Gewinn macht, sind die Proportionen sowieso klar.
nofreemen 28.01.2015
4. Wirtschaftskrieg
Der Krieg zwischen dem guten Westen und dem bösen Ost ist wieder da. In meiner Kindheit waren in den Filmem immer die Chinesen die verschlagenen und bösen. Aber vor China hat man heute angst es zu vetsauen mit diesem wichtigen Markt. Da kommt Russland gerade recht. Die Waffenlobby braucht ja "Ventile". Danke Merkel und Obama.
braveman 28.01.2015
5. Zum Schämen!
Russland sollte sich schämen! Überall, wo Terroristen auf der Welt ihr Unwesen treiben, sind russische Waffen im Spiel! Ansonsten scheint Russland außer Öl und Gas nichts zu bieten zu haben!
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